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Deutlich mehr Urologie-Patienten im LKH Feldkirch

Feldkirch (VN) -  Seit der Schließung der Urologischen Abteilung im LKH Bludenz, die mit 1. Jänner erfolgte, haben die ambulanten und stationären Frequenzen im LKH Feldkirch deutlich zugenommen. In die urologische Ambulanz kamen bislang um 14 Prozent mehr Patienten.
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Stationär wurden 16 Prozent mehr aufgenommen. Trotz der offensichtlichen Zusatzbelastung sieht KHBG-Geschäftsführer Dr. Gerald Fleisch „die Sache mit völliger Gelassenheit“. Dass es zu einer gewissen Erhöhung der Patientenzahlen kommen werde, sei zu erwarten gewesen, so Fleisch auf VN-Anfrage. Aus diesem Grund sei die Abteilung in Feldkirch reorganisiert und personell aufgestockt worden.

Beobachten und evaluieren

Seit April steht demnach eine weitere Fachärztin zur Verfügung. Im Juni nimmt ein Ausbildungsarzt seinen Dienst auf. Die Ambulanz hat eine zusätzliche Pflegekraft erhalten. Die urologische Basisversorgung im LKH Bludenz gewährleistet der bisherige OA Dr. Heinz Jussel mit einer 50-Prozent-Anwesenheit. Er nimmt laut Fleisch vor allem urologische Abklärungen vor. Eingriffe werden zum überwiegenden Teil im LKH Feldkirch durchgeführt. Die Krankenhausbetriebsgesellschaft will die Entwicklung „genau beobachten“ und dann evaluieren.

„Sollte sich die Situation verschärfen, wird personell nachjustiert“, versichert Gerald Fleisch, der die Schließung der Urologie in Bludenz als „die einzig richtige Entscheidung“ verteidigt. Landesstatthalter Markus Wallner steht ebenfalls dazu. „Die Konzentration auf Feldkirch war in erster Linie aus Qualitätsgründen notwendig“, argumentiert Wallner. Und verweist darauf, dass auch der Landesrechnungshof eine abgestufte Versorgung präferierte.

Nutznießer Unfallabteilung

Den Anfang vom Ende der Urologie in Bludenz markierte die Übernahme durch die Abteilung in Feldkirch. Nach der Pensionierung des langjährigen Primars wurde in Bludenz ein Fachschwerpunkt mit neuro-urologischen Interventionen aufgebaut. Die Betreuung beider Abteilungen durch Feldkirch mündete letztlich allerdings in einer kaum noch zu bewältigenden Mehrbelastung.

„Nutznießer“ der Schließung war die Unfallabteilung, die die freigewordenen Urologie-Betten „schluckte“. Auf diese Weise konnte laut Markus Wallner der Betrieb in diesem Winter gut aufrechterhalten werden. In der abgelaufenen Saison musste einmal bekanntlich ein Aufnahmestopp verfügt werden, weil es in der Abteilung keinen Platz mehr für verletzte Skifahrer gab.

Platzmangel in Bregenz

Mit Platzmangel aufgrund steigender Patientenzahlen kämpft auch die Urologie des LKH Bregenz. Ob die Zunahme mit der Schließung der Bludenzer Abteilung zusammenhänge, lasse sich aber nicht sagen. „Die Patientenströme sind schwer zu fassen“, erklärt Primar Dr. Andreas Reissigl. Auf jeden Fall genügen die 20 Betten den Anforderungen häufig nicht. Nun ist man um eine interne Lösung bemüht.

So sollen vier Betten von der Gynäkologie an die Urologie gehen, die eine 90-prozentige Auslastung verzeichnet. Weniger zufrieden zeigt sich die SPÖ mit der Gesamtlösung. Gesundheitssprecherin Dr. Gabi Sprickler-Falschlunger richtet aufgrund der „untragbaren Situation“ eine Anfrage an Markus Wallner, um „detaillierte Auskünfte betreffend der urologischen Versorgung in Vorarlberg zu erhalten“.

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