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Der zähe Kampf hat sich gelohnt

Die Kinderonkologie in Dornbirn.
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Für sie ist es mehr als eine gute Nachricht. „Es ist die beste!“, bekräftigt Andrea Tschofen-Netzer. Sie tut es mit Nachdruck, denn viel stand auf dem Spiel, als sie mit Julia Hämmerle an vorderster Front der Elterninitiative „ProKinderOnko“ den Kampf um den Erhalt einer  wohnortnahen Versorgung von Kindern mit Krebs aufnahm. Nach vielen zähen Gesprächen, Telefonaten und E-Mails konnte schließlich die gewünschte Kooperation mit dem Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen ausverhandelt werden. Eltern können jetzt wählen, wo die intravenöse Erhaltungstherapie für ihr Kind durchgeführt werden soll, in Innsbruck oder in der Schweizer Nachbarschaft.

Das Wissen erhalten

Die Erstdiagnose erfolgt weiterhin an der Unikinderklinik Innsbruck. In St. Gallen werden aus personellen Gründen allerdings ausschließlich kindliche Leukämien behandelt. Für Netzer-Tschofen zählt, dass Eltern diese Chance überhaupt eröffnet wurde. „Ohne St. Gallen wäre auch das Wissen im Dornbirner Spital bald fort gewesen“, ist sie überzeugt. Derzeit werden zwei junge Patienten aus Vorarlberg in St. Gallen therapiert.

Sieben Monate vorher war bekannt geworden, dass der im Stadtkrankenhaus Dornbirn  aufgebaute und gut funktionierende kinderonkologische Schwerpunkt unter dem Mantel der Qualitätssicherung bis aufs Minimum ausgedünnt werden sollte. Plötzlich waren intravenöse Chemotherapien nur noch an der Unikinderklinik in Innsbruck möglich. Ab Mai ging dann gar nichts mehr. Der Grund: Einer Kinderonkologin wurde wegen fehlender Ausbildungszeiten die Zulassung versagt. „Es hat oft Situationen gegegeben, in denen wir nicht mehr wussten, was wir noch tun können“, erinnert sich Andrea Tschofen-Netzer und spricht im Rückblick von vielen schlaflosen Nächten. Aufgeben kam für sie und die anderen aber zu keiner Zeit infrage

Die Tschaggunserin hat sich die Rolle der Frontfrau in dieser schwierigen Auseinandersetzung nicht ausgesucht. Sie rutschte irgendwie da hinein. Heute denkt sie: „Ich hatte wohl den nötigen Abstand zur Krankheit, für aktuell betroffene Eltern war alles zu nah.“ Dabei ging auch Tschofen-Netzer durch die Krebshölle, als Sohn Julian erkrankte. „Dank der Behandlung in Dornbirn hatten wir aber ein Familienleben“, sagt sie. Diese Möglichkeit anderen Kindern und deren Eltern zu erhalten, trieb sie an, hartnäckig zu bleiben. Getragen wurde Tschofen-Netzer dabei auch von einer Menschenwelle der Solidarität. „Sie rollte wie ein Tsunami übers Land“, merkt sie an, während ein feines Lächeln um ihre Mundwinkel spielt.

Große Dankbarkeit

Die Lösung kam, als die beiden unermüdlich agierenden Frauen schon nicht mehr daran glaubten. Ende Oktober informierte Gesundheitslandesrat Christian Bernhard über die Kooperation mit dem Kinderspital St. Gallen. „Dafür sind wir ihm sehr dankbar“, betont Andrea Tschofen-Netzer. Auch den freiheitlichen Bildungssprecher Christoph Waibel möchte sie erwähnt haben. „Er war der einzige Parteiensprecher, der ständig Konktakt zu uns hielt.“ Jeannette Greiner, Leiterin des Kinderspitals, bekommt für ihr Engagement in dieser Sache ebenfalls Rosen gestreut. Auch im städtischen Krankenhaus scheinen sich die Wogen geglättet zu haben. Tschofen-Netzer berichtet von einem guten Kontakt zu Primaria Edda Haberlandt und der neuen Case-Managerin. Sie selbst verspricht: „Ich werde weiterhin alles für die Kinderonkologie tun.“

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