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Der unverwüstliche Rebell aus Bayern

Hans Söllner im Alten Kino in Aktion.
Hans Söllner im Alten Kino in Aktion. ©Edgar Schmidt

Hans Söllner, der legendäre singende Provokateur, war wieder einmal im Alten Kino.

Rankweil. Ausgerechnet an einem stillen Heiligen Abend (nämlich des Jahres 1955) wurde er im bayerischen Bad Reichenhall geboren; ein Leben lang aber zieht er schon als lauter, singender, schreiender Rebell, Freigeist, “Moralist” und “Wanderprediger” durch die Lande – Hans Söllner, mit Gitarre und Mundharmonika, scharfem Profil und Christus-Look und derzeit mit seinen beiden Klasse-Musikern Manfred Puchner (E-Gitarre) und Stefan Hofer (Schlagzeug) – mit unbeweglichen Pokerfaces. Bissige, aggressive Lieder weit links, messianische Weltverbesserungsmodelle, gemixt mit deftigem bayrischem Reggae, und aktuelle “Reibebäume” wie das Bahnprojekt “Stuttgart 21” , die gefällten Bäume, die deutsche Atompolitik, das Oktoberfest, die armen Hartz IV-Empfänger, die grausamen Tierversuche, Arbeitslosigkeit, Verletzung von Menschenrechten im Knast etc. waren neben dem Dauerbrenner Söllners, seiner bagatellisierten (!) Marihuana-Sucht, der rote Faden des Pogramms im überfüllten Alten Kino.

Seit 30 Jahren “Marihuanabaum”

Am Anfang war´s holprig. Söllners Begrüßung geriet stockend, banal, mit Gemeinplätzen. Erst als sein Lieblingsthema Marihuana dran war (er setzt sich für die Legalisierung ein, raucht seit 30 Jahren das Zeug, hatte deshalb natürlich immer wieder Zoff mit der Polizei, diesem “Hass in Uniform”) kehrte der alternde Rebell zu jugendlichem Kampfgeist zurück. Und zwar mit oft peinlichem Gebrüll im Predigerton (ohne Songs). Seine gesungenen Klassiker wie etwa “Mei Voda hod an Marihuanabaum” oder “Edeltraud, Edeltraud” heizten im Alten Kino so richtig ein. Tolle Stimmung ja, aber nein zu den total unpassenden und bierschwangeren Zwischenrufen, welche die Drei auf der Bühne und auch das “normale” Publikum richtig störten. Hans Söllner wurde am späten Abend sogar noch rührend brav mit einem ehrlich klingenden Song als “Dank an Gott für alles Gute und Schöne”…

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