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Der Tradition verbunden

Seit zwei Jahren führt Michaela Tschanun-Spescha das Gasthaus Riedmiller und setzt damit die lange Familientradition in sechster Generation fort.

Es bedurfte für Michaela Tschanun-Spescha keiner Überlegung, als die Übernahme des elterlichen Gasthauses Riedmiller vor zwei Jahren anstand. Sie sagte sofort zu. Immerhin ist die freundliche Gastwirtin schon seit dem Jahr 2002 dort tätig. Zuvor führten ihre Eltern Hannes und Rita Spescha 38 Jahre lang mit viel Engagement und Leidenschaft das Lokal, noch früher ihre Großeltern, Urgroßeltern und Ururgroßeltern. Das Riedmiller wird in bereits sechster Generation von derselben Familie geführt. „Wir haben immer Wert auf Einfachheit, aber auch auf Qualität gelegt“, betont Hannes Spescha. Mutter Rita liebt das Kochen: „Es gibt eine kleine Karte, jede Speise darauf ist hausgemacht. Unser Wurstsalat wird mit original Schübling zubereitet.“ Michaela Tschanun-Spescha fühlt sich der Tradition verpflichtet: „Wir haben viele Stammgäste und auch Vereine treffen sich regelmäßig bei uns. Das Konzept meiner Eltern hat sich bewährt. Ich will nicht großartig etwas ändern.“

Bludenzer Beisl

„Wir haben uns immer zu einer klaren Linie bekannt. So sind wir immer ein Gasthaus geblieben. In Wien würde diese Form ein Beisl genannt werden und in England ein Pub. Wir wollten nie ein Restaurant werden oder ein ‚In-Lokal‘, sondern schlichtweg ein Gasthaus bleiben. Früher war das Angebot ja ohnehin ganz klar getrennt, da gab es diese Mischformen nicht. Wenn man ein Bier haben wollte, kam man zu uns. In den Bludenzer Konditoreien gab es Kuchen und Kaffee. In diesen gab es keine Schankanlagen und bei uns keine Kaffeemaschine. Ganz früher war es so, dass es in den Geschäften keine Bierflaschen zu kaufen gab. Die konnten nur in Gasthäusern erworben werden. Unsere Nachbarn haben sogar Bier im offenen Krug geholt“, erinnert sich Hannes Spescha. Das Arbeiten im Gasthaus sei im Lauf der Jahre angenehmer geworden: „Es hat sich viel verändert. Früher kamen vorwiegend die Männer nach der Arbeit und blieben oft bis Mitternacht. Frauen hielten sich eher nicht im Gasthaus auf. Es wurde auch wesentlich mehr Bier konsumiert. Bis Ende der 1970er-Jahre kam regelmäßig die Polizei, um Sperrstunde zu machen. Darüber waren wir froh.“

Strickrunde

Es sei rauer zugegangen, der Umgangston sei milder geworden. Die Veränderung führt Hannes Spescha darauf zurück, dass mehr Sport betrieben werde, das Gesundheitsbewusstsein allgemein gestiegen sei und viele Gäste mit dem Auto kommen würden. Das Riedmiller ist aber dennoch gut besucht. „Wir haben zu unterschiedlichen Tageszeiten zahlreiche Stammgäste, manche kommen am Vormittag, andere wiederum eher am Abend“, erklärt Michaela Tschanun-Spescha. Jeden Montag wird zudem ab 16 Uhr im Nebenraum gestrickt. Traudl Auer zeigt den Frauen Stricktechniken und gibt Tipps. „Zu unserer Strickrunde kann man jederzeit kommen“, zeigt sich Rita Spescha aufgeschlossen. Einen besonderen Ruf genießen auch die legendären Faschingsveranstaltungen im Riedmiller. Der Andrang ist am Faschingssamstag besonders groß. Es hält sich seit vielen Jahren hartnäckig das Gerücht, dass für den Einlass ein Code-Wort nötig sei. Die Stimmung steigt vor allem, wenn Hannes Spescha persönlich am Keyboard zu hören ist.

Das Wirten im Blut

Rita und Hannes Spescha sind noch immer eingebunden – sowohl gastronomisch als auch bei der Kinderbetreuung. „Aufhören können wir beide nicht. Das Wirten liegt uns im Blut. Es käme einer Verleugnung gleich, immerhin waren wir 38 Jahre lang Wirte“, ist Hannes Spescha überzeugt. Sophia und Lukas, die beiden Kinder von Michaela Tschanun-Spescha sind des Öfteren im Nebenraum am Spielen und Basteln. Die Großfamilie wohnt im oberen Stock. „Jeder hat eine eigene Haustür, dennoch ist man füreinander da. Auch meine Schwester Sabrina wohnt hier. Sie springt ebenfalls ein, wenn Not am Mann ist“, freut sich Michaela Tschanun-Spescha. Und Hannes Spescha ergänzt: „Wir sind ein Familienbetrieb – im wahrsten Sinn des Wortes.“

Das Riedmiller

Das Riedmiller wurde vermutlich am Anfang des 19. Jahrhunderts als Dependance des Gasthofs Hirschen gegründet. Ein Teil des Gebäudes war als Bäckerei und „Melblerei“ (Mehl-Handlung) verpachtet. Den Namen erhielt das Riedmiller erst 1904, als die Geschwister Neyer in Erinnerung an ihren Vorfahren, den Hauptmann Riedmiller, ein Denkmal auf dem Vorplatz errichteten. Zuerst wurde das Gasthaus als „Weinstube Riedmiller“ bezeichnet. Die Speschas haben in weiterer Folge bei den Neyers eingeheiratet.

Gasthaus Riedmiller
Werdenbergerstraße 6
Tel. 05552 62620

Öffnungszeiten
Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 10 bis 13 Uhr, 16 bis 24 Uhr
Samstag 10 bis 13 Uhr, 16 bis 22 Uhr (Mittwoch, Sonn- und Feiertage geschlossen)

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