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Der Tag des neuen Pickerls

Wer am Dienstag auf der Autobahn ohne neue Vignette erwischt wurde, musste tief in die Tasche greifen. Wolfgang Schiffert und Herbert Wille von der ASFINAG forschten nach Vignettensündern.  Vignette [doc 29kb] Lkw-Maut [doc 29kb]

Der 1. Februar jeden Jahres seit Einführung der Autobahnvignetten 1997 ist für Wolfgang Schiffert und Herbert Wille von der ASFINAG ein besonderer Tag. Denn spätestens dann muss die aktuelle Jahresvignette auf den Pkws kleben – so der Lenker nicht ein zeitlich noch kürzer begrenztes Autobahnpickerl hat.

Brave Lkw-Lenker

Gegen Mittag tun die beiden Tiroler Dienst an der Autobahn-Raststätte Hohenems. Zuerst patroullieren sie entlang der Lkw-Zeilen am Parkplatz. Aussteigen ist nicht notwendig. Per Computerfunk besteht eine Verbindung mit den Go-Boxen der Brumis. Sind dort keine Guthaben mehr verbucht, ist der Sünder augenblicklich ertappt. “Die Lastwagenlenker sind sehr diszipliniert geworden. Weil sie halt auch wissen, dass sie auch wegen der Mautabbuchungsstationen gar nicht entwischen können”, bemerkt Wolfgang Schiffert. Knapp 100.000 wussten das im Jahre 2004 noch nicht. Die Republik brach nicht in Tränen aus. 12,4 Millionen Euro bescherten die Schwindler der ASFINAG.

Gnädiger Aufpasser

Wolfgang Schiffert und Herbert Wille registrieren in Hohenems keinen einzigen Lkw-Sünder. Ab geht·s zu den Pkw-Lenkern, die kurz vor der Auffahrt Richtung Deutschland aufgehalten werden. Ein kurzer Blick genügt, und schon können die Vignette 2005-Beklebten weiterfahren. Bei einem feingekleideten Italiener in einem silbernen Lancia dauert der Aufenthalt länger. “Habe hier die Vignette. Aber ich klebe sie morgen auf ein neues Auto “, betört er dackeläugig die Aufpasser. “Okay”, gibt sich Herbert Wille gnädig. “Normalerweise müsste ich ihn bestrafen. Aber man will ja nicht überstreng sein.”

120 Euro Strafe

Kein Pardon gibt es allerdings fünf Autos später. Ein türkisfarbener BMW rollt ein. Das Pickerl ist weder aufgeklebt, noch kann der junge Lenker eins vorweisen. “Tut mir leid”, sagt Wille. “Das kostet 120 Euro.” Der sichtlich zerknirschte Mann hat auch keine 120 Euro bei sich. Das hätte gewöhnlich eine Anzeige zur Folge. Doch Wille zeigt sich wieder kompromissbereit. “Kommen Sie morgen mit Vignette zur selben Zeit hier vorbei und zahlen sie die Strafe. Dann ist die Sache erledigt.” Der junge Mann nickt dankbar. Wille und Schiffert verlassen Hohenems. In Hörbranz sind ihnen die nächsten Kundschaften gewiss.

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