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Der schmucke „Teflon-Don“ ist tot

Der Mafia-Boss John Gotti, der vielen als zweiter Al Capone galt, ist tot. Er starb im Alter von 61 Jahren an Kehlkopf-Krebs im Krankenhaus des Strafvollzugs in Springfield.

Auf der Steuerkarte des Mannes, der einst den größten Verbrecher-Clan Amerikas führte, stand bis zum Schluss „Verkäufer für Installateur-Artikel“.

Schon in der 80er Jahren war dem FBI jedoch auch durch Gottis zur Schau gestellte Vorliebe für 2000-Dollar-Designer-Anzüge klar geworden, dass der Mann zur Einkommensspitze der Unterwelt gehörte. Sechs Jahre lang war er der „Pate von New York“ – gefürchtet bei tausenden kleinen Gewerbetreibenden, Lokalbesitzern, Dealern, Huren und Zuhältern, denen seine Schutzgeld-Eintreiber das Leben schwer machten. Heimlich bewundert wurde er von jenen, die nicht selbst unter der Mafia litten und amüsiert zusahen, wie „Dapper Don“ (der „schmucke Don“) immer wieder davon kam.

Dass alle Anstrengungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft lange an ihm abprallten, trug Gotti den zweiten Beinamen ein:
„Teflon-Don“. „Die Teflonschicht habe wir nun weggekratzt“, sagte der New Yorker FBI-Chefermittler James Fox sichtlich erleichtert nach dem Ende des Prozesses, der den Paten des Gambino-Clans 1992 bis an sein qualvolles Ende hinter Gitter bringen sollte. „Gotti wäre größer als Al Capone geworden, wenn man ihn jetzt wieder frei gesprochen hätte.“

Nur mit Hilfe eines „umgedrehten“ Killers konnte die US-Justiz ihn zur Strecke bringen. „Sammy the Bull“ Gravano half Ermittlern, Wanzen in der Gambino-Zentrale anzubringen. Zudem trat er als Kronzeuge auf. Der spektakulärste Mordbefehl Gottis war der, der ihn an die Spitze der Gambinos gebracht hatte. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte er 1985 seinen Getreuen erklärt, der amtierende Boss – „Big Paul“ Castellano – wolle ihn und mehrere Gefolgsleute beseitigen lassen.

Tatsächlich hatte sich „Big Paul“ als Hemmschuh für die Gotti-Fraktion erwiesen. Die drängte ins Heroin-Geschäft, das Castellano ablehnte. Ein Mordkommando erschoss ihn – wie in einem Film – mit Schnellfeuerwaffen vor einem Steakhouse. Die Täter trugen weiße Regenmäntel und schwarze Hüte mit breiten Krempen. Gotti sah aus sicherer Entfernung zu.

Erst in der vergangenen Woche wurden zwei Brüder Gottis und 15 weitere Mafia-Mitglieder angeklagt, Gewerkschaften und Unternehmen in den Hafenvierteln der Millionenstadt unter massiven Drohungen ausgebeutet zu haben. Dadurch wurde klar, dass die „Krake“ immer noch lebt. Nach Überzeugung der Anklage haben Peter (62) und Richard V. Gotti (59) als neue Bosse des Gambino-Clans die Erpressung in den Hafenzonen New Yorks befehligt. Zudem soll der Clan Hollywood- Produzenten zur Kasse bitten, wenn diese in New York ungestört Filme drehen möchten. Zu den Opfern gehört angeblich Action-Star Steven Seagal, der 150.000 Dollar (fast 160.000 Euro) pro Film gezahlt haben soll.

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