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Der Ruf nach einer Veränderung

Bregenz (VN) -  In der Vorarlberger Politik sorgte FPÖ-Chef Straches Ansage, 2013 Kanzler werden zu wollen, am Wochenende für einigen Gesprächsstoff. Die hiesigen Freiheitlichen, die mit rund 40 Mann am FPÖ-Parteitag in Graz am Samstag teilgenommen hatten, waren gestern jedenfalls überaus zufrieden.
Strache: "Egger soll in die Regierung"
Strache stellt Kanzleranspruch
FPÖ- Parteitag in Graz

Er teile Straches Kanzleranspruch, sagte Egger: „Es ist doch klar, dass Österreich eine Veränderung braucht. Denn dieser Stillstand von SPÖ und ÖVP muss aufgebrochen werden.“ Und gelingen könne dies nur, „wenn die FPÖ so stark wird, dass sie den Kanzler stellen kann“.

Egger will nicht spekulieren

Strache habe „bewiesen, dass er Steherqualitäten hat und nicht beim ersten Wind umfällt“. Österreich brauche eine solche Führungsfigur, „um innerhalb der EU selbstbewusst auftreten zu können“. Und Strache würde als Kanzler, da ist sich Egger sicher, „die Zukunftsgestaltung in den wesentlichen Fragen angehen – bei der Integration, bei der Verwaltungsreform, bei den Familien und beim Mittelstand“.

Will Egger wieder Blau–Schwarz? „Ich halte nichts davon, über mögliche Koalitionsmöglichkeiten zu spekulieren.“ Geht es nach Egger, werden sich Ereignisse wie 2000 – die ÖVP stellte trotz Platz drei den Kanzler – aber gewiss nicht mehr wiederholen: „Denn klar ist, dass wir nicht mehr den Dritten zum Ersten machen werden

Straches „Anti-Programm“

ÖVP-Klubchef Rainer Gögele will keine Koalitionsaussage treffen. Zuerst werde gewählt, „dann finden allfällige Gespräche statt“. Er tue sich mit Straches Kurs allerdings schwer: „Das Positive ist, dass er klar sagt, was er will. Dann wissen die Menschen, wo sie dran sind.“ Was die Inhalte betreffe, da lasse Strache aber viele Fragen offen: „Bis jetzt ist das nur ein Anti-Programm – gegen die EU und gegen Ausländer.“ Wesentlich sei nun, dass die Koalitionsparteien „ein klares Profil entwickeln“. Vor allem die ÖVP habe „ein Programm zu machen, das die Wähler annehmen können“.

Scharfe Kritik an Strache kam von SPÖ-Chef Michael Ritsch. Seine Ansage: „Ich wundere mich nur, wie vergesslich die Menschen sind. Offenbar hat man die schwarz-blaue Katastrophe der Jahre 2000 bis 2006 komplett verdrängt. Dabei sind dort die größten Schweinereien passiert.“ Ritsch ist sich sicher: „Es würde Österreich nachhaltig schaden, würde ein rechtsextremer Populist wie Strache Kanzler. Aber die ÖVP wartet ja nur darauf, mit denen wieder zusammen zu regieren

Ritsch, Rauch für Rot-Grün

Ritsch wirbt für eine rot-grüne Koalition: „Diese Variante hätte eine Chance verdient.“ Auch Grünen-Chef Johannes Rauch fordert Rot-Grün: „Eine Gesellschaft, die halbwegs sozial gerecht ist und die Schwächsten nicht vergisst, bekommt man sicher nicht mit Blau-Schwarz, sondern mit Rot-Grün.“ Aber Strache wolle eben Kanzler werden und dies offenbar mit Hilfe der ÖVP: „Die Signale sind eindeutig

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