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Der Organisator mit viel Gespür für Kultur

Im Freudenhaus bietet Willi Pramstaller Unterhaltung vom Feinsten.
Im Freudenhaus bietet Willi Pramstaller Unterhaltung vom Feinsten. ©Beate Rhomberg
Willi Pramstaller

Menschen aus der Heimat: Willi Pramstaller

Dornbirn. Willi Pramstaller ist der Kopf des gemeinnützigen Vereins Caravan – mobile Kulturprojekte, der im Jahr 1994 gegründet wurde und heute 25 aktive Mitglieder zählt.

Praktisch seit den siebziger Jahren stellt Pramstaller hochkarätige Programme auf die Beine und bietet heute Kabarett, Konzerte, Comedy und Festivals in Dornbirn, Bregenz, Lustenau und anderen Orten an. An den damaligen Verein “Offenes Haus” erinnert er sich gern zurück, gelang es doch schon in den Anfängen, Leute wie H.C. Artmann oder Qualtinger für Auftritte hierzulande zu gewinnen. Aufgeführt wurde seinerzeit in der Aula der früheren Textilschule Dornbirn (jetzt FH).

Die vielen Jahre Erfahrung als Kulturveranstalter, seine beständig gute Arbeit und die konsequente Weiterentwicklung von Netzwerken machen Pramstaller zu jenem Profi, dem das Publikum seit vielen Jahren vertraut. Superlativen kommen jedoch selten über seine Lippen, viel lieber lässt er die Künstler und Kritiker für sich sprechen. Im Freudenhaus, das im Jahr 2004 nach den Vorstellungen von Willi Pramstaller und den Plänen von Claudius Rhomberg, unter der Mithilfe von Marcel Franke und Michael Thurner, errichtet wurde, gibt es nicht nur Unterhaltung vom Feinsten. Die Besucher werden außerdem mit einem Gastronomie Angebot verwöhnt und nicht selten verschmelzen Programm und kulinarische Genüsse zum Gesamtkunstwerk. Es wird nach Bedarf ab- und wieder aufgebaut und pendelt derzeit zwischen Bregenz und Lustenau. Das Freudenhaus bietet die Bühne für die Veranstaltungsreihen Tropicana und Seelax in Bregenz und für Schaulust in Lustenau.

20 Jahre Impuls Festival
Der Höhepunkte nicht genug, reihen sich in Pramstallers Lebenslauf auch mehrere Jahre als Geschäftsführer des Spielbodens Dornbirn und die legendären 20 Jahre Impuls Festival. Jenes Straßentheater-Festival, das die Sommer Dornbirns und anderer Städte von 1988 bis 2008 bereicherte und “Kultur für alle” bot. Einheimische und Besucher unseres Landes, Klein und Groß, erlebten hervorragende Performances internationaler Straßen- und Circustheaterkünstler. So wurde der Dornbirner Marktplatz oder der Stadtgarten bespielt wie nie zuvor und nie mehr danach und trotzdem gab es ein jähes Ende von Impuls. “Man kann sagen, dass drei Dinge dafür verantwortlich waren: Erstens, das Geld. Zweitens, das Geld und drittens, genau! Nochmals das Geld und zwar jenes, das seitens der Stadt Dornbirn nicht mehr bereitgestellt werden konnte. Aber die Gewissheit, vielen Menschen großes Vergnügen bereitet zu haben, ist mir sehr viel wert”, schließt Pramstaller dieses Kapitel ohne Bitterkeit, wenngleich mit ein bisschen Wehmut.

Geduld und Gelassenheit
Der professionelle Organisator und kühle Rechner wirkt immer sehr freundlich und gefasst, sodass man ihm andere Seiten gar nicht zutrauen würde. Wäre da nicht die kleine Notiz auf seinem Schreibtisch, die ihm täglich die Tugenden “Geduld und Gelassenheit” ans Herz legt. Denn, in jeder Situation die Nerven zu bewahren, ist gewiss auch für ihn nicht leicht. Direkt daneben findet man das kleine Büchlein “Empört Euch!”, das zum friedlichen Widerstand gegen die Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft, gegen die Diktatur des Finanzkapitalismus, gegen die Unterdrückung von Minderheiten und die Umweltzerstörung aufruft. “Gelassenheit und Empörung sind nur auf den ersten Blick zwei sich wiedersprechende Begriffe, denn die Menschen werden noch sehr viel Geduld beweisen müssen, bis ihre berechtigte Empörung sich in politischen Veränderungen niederschlägt – wenn überhaupt… Die Empörung über den Zustand der Welt ist meist auch der Motor für die Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern, die in Kabarett, Theater und Musik den Zustand der Gesellschaft reflektieren, sich aber auf der Bühne doch eine gewisse Gelassenheit bewahren müssen”, schreibt Willi Pramstaller im Vorwort des Programmheftes Schaulust.

Beim ruhigen, besonnenen, meist stressresistenten Manager macht sich ein Hauch von Leidenschaft bemerkbar, wenn er von fernen Ländern und fremden Kulturen spricht. Wie gerne würde er wieder einmal eine große Reise unternehmen, so wie früher, und sich an spirituellen und mystischen Orten aufhalten. “Der Angkor Wat, der größte Tempelkomplex der Welt in Kambodscha und der Berg Kailash in Tibet wären meine absoluten Wunschziele” schwärmt Pramstaller von möglichen, zukünftigen Abenteuern.

Weitere Informationen unter www.caravan.or.at

 

Zur Person:
Geboren: 1953
Familie: verheiratet mit Angelika, eine Tochter und ein Enkelkind
Motto: arbeiten um zu leben (nicht umgekehrt)
Lieblingsort: Engadin

Ankündigung Freudenhaus:
Pigor & Eichorn
Chansons und Musikkabarett vom Feinsten
Samstag, 24. September, 20 Uhr
Millenium Park, Lustenau

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