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"Der nackte Wahnsinn"

Mit Michael Frayns "Der nackte Wahnsinn" hat das Vorarlberger Landestheater eine seit Jahren erfolgreiche Komödie auf den Spielplan gesetzt und damit den Geschmack des Publikums getroffen.

Bei der Premiere im Bregenzer Theater am Kornmarkt gab es Samstagabend viel Applaus für die Ensemble-Leistung.

In „Der nackte Wahnsinn“ geht es um eine mittelmäßige Theatertruppe, die ein Stück auf die Bühne bringt und sowohl vor als auch hinter den Kulissen gegen alle erdenklichen Widrigkeiten ankämpft. Anhand Wiederholungen der gleichen Szene werden die verschiedenen Stadien der Theaterarbeit gezeigt – die Generalprobe, die Geschehnisse hinter der Bühne und eine Tourneeaufführung. Jedesmal wird das Chaos größer – bis schließlich die Situation entgleist.

Der 1933 geborene englische Dramatiker Michael Frayn ist ein Meister britischen Humors mit Wortwitz, atemberaubendem Tempo und präziser Situationskomik. Regisseur Peter Hilton Fliegel hielt sich an die Vorgaben des Autors. Ursula N. Müller schuf ein zweigeschossiges Bühnenbild, dass in der zweiten Szene händisch auseinander genommen, gedreht und wieder zusammengebaut wird. Die Bühnenbildnerin kreierte auch die hervorragend zu den einzelnen Charakteren passenden Kostüme.

Nach einer etwas steifen Anlaufphase fanden die Schauspieler das richtige Tempo, die für den Erfolg dieser Farce entscheidende Ensemble-Leistung funktionierte bestens. Evelyn Cron gelingt amüsant die Gratwanderung zwischen zerstreuter Haushälterin (Mrs. Clackett) und Möchtegern-Theater-Diva (Dotty Otley). Jasmin Rischar schafft temperamentvoll den Spagat zwischen der naiv-süßen Geliebten Vicki und der hysterischen Zicke Brooke. Burghard Braun (Frederick) und Johannes Gabl (Garry) sind herrlich ungeschickt.

Kathrin Schwaderer bemüht sich als charmante Belinda ständig Ordnung ins Chaos zu bringen, ebenso wie Ulrike Röseberg als entzückende Regieassistentin Poppy, die von allen genervt wird. Wolfgang Peverstorf (Tim) wird ebenfalls von den „Stars“ genervt, bis er den Durchblick verliert. Kurt Sternik ist ein komödiantischer Selsdon, der als Einbrecher – zum Vergnügen des Publikums – dauernd zu früh oder zu spät auftritt. Über alle gebietet Franz Nagel als Regisseur Lloyd, der in der schrägen Truppe ständig Verwirrung stiftet, anstatt brauchbare Regieanweisungen zu liefern.

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