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Der Mann mit dem Reis aus Pakistan

Jamil Bhatti spricht gern über seinen RAJA Basmati Reis aus Pakistan.
Jamil Bhatti spricht gern über seinen RAJA Basmati Reis aus Pakistan. ©Edith Rhomberg
 Dass Jamil Bhatti einmal einen Stand auf dem Markt haben würde, war nicht geplant.
Der Mann mit dem Reis

 

Dornbirn. Manchmal ist auf den Markt gehen mehr als nur einkaufen. Meistens sogar und gerade das macht ihn so beliebt. Manchmal bedeutet es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die aus einer anderen Kultur stammen. Wer ist eigentlich der zufrieden lächelnde Mann, der hinter dem Tisch mit den Paketen voller Reis steht? Wenn man grad ein paar Kilo kaufen möchte, kann man ihn ja fragen, und die Antwort ist einfach: Er ist gebürtiger Pakistaner, heißt Jamil Bhatti und lebt mit seiner Frau Marianne in Götzis.

Auf den Handel mit dem RAJA Basmati Reis aus Pakistan ist er erst nach der Pensionierung gekommen, die Idee dazu hatte ein Cousin. Über seine Reissorte sagt er: „Basmati ist der beste Reis mit einem feinen Aroma. Das Wasser für die Felder im Nordosten des Landes kommt vom Himalaja.“

Das berufliche Leben verbrachte der studierte Chemiker während 37 Jahren bei Saudi Aramco, der größten Erdölfördergesellschaft der Welt mit Sitz in Dhahran, Saudi Arabien. Nach der Pensionierung 1993 kam er nach Götzis. Seine Frau Marianne heiratete er 1967, nachdem sie sich auf einer seiner Europareisen kennen und lieben gelernt hatten. Gemeinsam lebten sie in Saudi Arabien und gründeten eine Familie mit zwei Söhnen. Anlässlich des Nahost-Konflikts 1973 schien es sicherer, dass Marianne Bhatti mit den Kindern nach Götzis übersiedelt. Jamil besuchte fortan seine Familie so oft er konnte, und bald begannen sie mit dem Bau ihres Eigenheims auf dem Götzner Berg. „Ich danke Gott, dass alles so gut gegangen ist“, sagt der bescheidene 85-jährige Mann.

Es gab eine Zeit, da waren er und sein Basmati Reis auf dem Markt nicht zu finden. Der Grund war, dass Jamil keine Ware hatte. In Bremerhaven war bei Verladearbeiten eines Containerschiffes ein schweres Unglück passiert. Sein Container voller Reis war davon betroffen, und die Ladung von 20 Tonnen wurde unbrauchbar. „Das war der schlimmste Tag meines Lebens“, erinnert er sich zurück, denn der Schaden war nicht durch eine Versicherung gedeckt. „Ich habe meine Lektion gelernt“, sagt er lächelnd. Das erste was ich jetzt mache, ist jedes Mal eine Transportversicherung abzuschließen.

Der Reis wird einmal jährlich im Dezember geerntet. Das ist Familienarbeit, wie Jamil Bhatti auf Fotos zeigt. Derzeit wartet er auf den Bescheid aus Wien, dass die erforderlichen Papiere für die Lieferung bereit sind. Danach reist er nach Pakistan, um dort alles zu organisieren und einen Container voll Reis auf den Weg zu bringen.

Seine frühere Heimat Pakistan beschreibt er als ein wunderbares Land. „Ich bin optimistisch, dass mit dem Premierminister Imran Khan, der seit 2018 im Amt ist, Fortschritte gemacht werden. Die Situation für die arme Bevölkerungsschicht muss sich verbessern, damit Ruhe einkehren kann“, sagt er.

Marianne & Jamil Bhatti, Eichbühelweg 59, Götzner Berg, Götzis.

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