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Der Lohn der bäuerlichen Mühe

Die Pfarre Übersaxen lädt am Sonntag zum „Grumpirafest“. Und weil auch das Erntedankfest mit der Zeit geht, gibt’s „a körige Proseccobar“ nebst „gsottne Grumpira“. Es ist Erntezeit. Und wir dürfen zufrieden sein.  

„Kohl, Melanzani, Spinat und Paprika.“ Harald Rammels Liste liest sich wie eine Speisekarte. Weil heuer kein Hagelschlag gewütet hat, bringen derzeit rund 200 Menschen im Gemüsebau reiche Ernte ein.

„Wachswetter“

42 Betriebe leben davon. Und auch „wenn das Hochwasser einige Schläge unter Wasser setzte“ und Schädlinge jedes Jahr für einen Ernteausfall von 15 bis 20 Prozent sorgen, kann Ing. Rammel von der Landwirtschaftskammer nicht klagen. Die Badehungrigen mag der Sommer vertrieben haben. Dem Gemüse tat er wohl.

Dr. Karlheinz Gerhold kann da gut mit. Er hält die Zahlen vom Grünland parat. „Auf guten Standorten haben wir heuer 12 bis 15 Tonnen Heu pro Hektar geerntet“, sagt er. Auch von der Grassilage gab’s mehr als genug. Je nach Wassergehalt variiert das Gewicht. Und Gertreide? „Zufriedenstellend.“ In Zahlen heißt das: Vier bis fünf Tonnen Gerste pro Hektar, Roggen etwas weniger, dafür sechs bis sieben Tonnen pro Hektar Ackerland.

Auch beim Mais stehen gute Erträge zu erwarten. Wenngleich die Saat heuer spät erfolgte und die Kälte im Mai das Keimen des Pflänzchens arg behindert hat. Der Mais wird mit drei Wochen weniger Wachszeit etwas weniger Energie haben heuer. Die Futterproben im Winter werden ’s weisen.

Nur beim Obst fällt die Bilanz gemischt aus. Da ist DI (FH) Ulrich Höfert zuständig. Auf 65 Hektar stehen 115.000 Obstbäume. 50 Betriebe leben davon. Ihre Arbeit entspricht einem Produktionswert von 600.000 Euro.

Bilanz: Durchwachsen

Der Apfel schert heuer aus. 500 Tonnen bedeuten ein Viertel mehr Ertrag als im Vorjahr. Die Birnenernte fiel durchschnittlich aus. Beim Steinobst war’s „durchwachsen“. Strichweise Halswelke bei den Zwetschgen. Schrotschuss und Monilien bei den Kirschen. Aber Erkrankungen waren nicht das einzige Problem. „Am Anfang“, sagt Bertram Nachbaur vom Obst- und Gartenbauverein Fraxern, „sah es gar nicht schlecht aus.“ Dann kam das miese Wetter. Was da an den 2200 Fraxner Kirschbäumen hing, davon ging ein Viertel kaputt. „Das haben wir nicht einmal mehr für Schnaps verwenden können.“

Was bleibt? Hoffen auf das nächste Jahr. Und vielleicht sich in Erinnerung rufen, dass nicht überall auf der Welt geerntet wird. In Sambia zum Beispiel g a r nicht. Kein Körnchen. Weil es dort so trocken war, dass selbst 14 Meter tiefe Brunnen kein Wasser mehr gespendet haben. Herbst ist Erntezeit. Und Zeit für Erntedank.

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