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"Der Lebensherbst ist doch sehr schön"

Girtler: "Jonglieren ist gut fürs Gehirn, ich habe Monate gebraucht um es zu lernen."
Girtler: "Jonglieren ist gut fürs Gehirn, ich habe Monate gebraucht um es zu lernen." ©Margarethe Ruff
Start der Veranstaltungsreihe "When I\'m 64" im Literaturhaus

Hohenems. Beeindruckender Programmstart mit Lesungen und Vortrag im Literaturhaus Schanett.

“Die ganze Welt kann von der älteren Generation profitieren”, so der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan in seiner Erklärung zum internationalen Tag der älteren Menschen. Anlässlich dieses Tages trugen im gemütlichen Salon des neuen Literaturhauses Schanett bei Kaffee und hausgemachtem Kuchen Autoren und Autorinnen der Generation 60plus Gedichte, Textauszüge aus Lebenserinnerungen und -geschichten vor. “Jeder Mensch hat ein Schreibtalent. Literarisches Schreiben hat neben dem nötigen Sprachgefühl viel mit Handwerk zu tun”, meint Geschäftsführerin Evelyn Brandt.

Es lasen: Brigitte Scharinger (Heitere Kindheitserinnerungen), Irma Simonis (Nachdenkliches aus 25 Jahren Klosterleben), Mary Rieger (das Schicksal einer alternden Frau), Herta Kumer (Prosatext aus der Sicht eines Kindes), Dorothee Pohl (Fragmente einer Kindheitsgeschichte), Jytte Dünser (Mundartgedichte), Martha Küng (Gedichte und Prosa), Walter Galetti (“Ein Clown geht um die Welt”), Leonhard Paulmichl (Herbert Paulmichl: Kirchenmusiker, Komponist) und Mariella Scherling-Elia (Erzählen nach zugeworfenen Stichworten). Heinz Ottowitz, mit 86 Jahren ältestes Vereinsmitglied, reflektiert im letzten vorgetragenen Gedicht sein Leben und kommt zum Schluss: “Der Lebensherbst ist doch sehr schön”.

Um 20 Uhr hielt dann der bekannte Wiener Universitätsprofessor Roland Girtler, der sich selber als vagabundierenden Kulturwissenschaftler bezeichnet, einen Vortrag mit Tiefgang und Humor. Er erzählte über die Nachfahren der im 18. Jahrhundert wegen ihres Glaubens nach Siebenbürgen verbannten Österreicher, die “Landler” – und über sein Leben. Acht Vierer im Maturazeugnis und ein abgebrochenes Jurastudium, bevor der 69Jährige zum berühmten Ethnologen, zum Feldforscher und Spezialisten für Randgruppen wurde, Experte für Sandler, Sennerinnen, Schmuggler, Pfarrersköchinnen, für Aristokraten, Ganoven und Fremde. “Ich halte nichts von der Pension. Die Kollegen fragten mich vor ein paar Jahren, wann ich aufhöre zu arbeiten. Sie wollten mein Büro. Seither finden meine Sprechstunden im Cafe Landmann statt, manche meiner Vorlesungen auch.”

Kultur- und Literaturforum für Seniorinnen und Senioren, geleitet von Leonhard Paulmichl
Mittwoch 13. und 20. Oktober , 10. und 24. November, 15. Dezember jeweils 10-12.00 Uhr.

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