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Der "König von Cannes" kann es nicht lassen

Helmut Josef König (r.) wurde 2009 zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt - zu Unrecht, wie er sagt.
Helmut Josef König (r.) wurde 2009 zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt - zu Unrecht, wie er sagt. ©VOL.AT/Hofmeister
Helmut Josef König lebte lange Zeit in Saus und Braus. Der Geschäftsmann aus Feldkirch (57) verprasste das Geld gutgläubiger Investoren, leistete sich Luxusyachten, ließ sich auf den Balearen und an der Coté d’Azur nieder und mimte dabei stets den mondänen Moneymaker.

Im Jahr 2009 wurde der international gesuchte Millionenbetrüger schließlich per Zufall in Nizza verhaftet und nach einem achttägigen Mammutprozess in Feldkirch zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt.

Anleger um 4,5 Mio. geprellt

Nach Ansicht des Gerichts hatte er Anleger und Investoren auf der ganzen Welt um insgesamt viereinhalb Millionen Euro geprellt. König, so stellte Gerichtspsychiater Reinhard Haller damals fest, lebe mit mangelndem Realitätsbezug in seiner eigenen Welt, leide an einer Borderline-Störung und als Narziss unter einem überhöhten Geltungsbedürfnis. Dennoch bescheinigte er König volle Zurechnungs- und Haftfähigkeit.

Ermittlungen laufen

Feldkirch, Stein, Sonnberg, Suben – seit mehr als drei Jahren muss der luxusorientierte Finanzjongleur nun mit den wenigen Quadratmetern einer Gefängniszelle auskommen. In dieser Zeit schrieb er laut eigenem Bekunden nicht weniger als neun Buchmanuskripte, die er nun auf dem amerikanischen Markt veröffentlichen will.

„Weltweit lancieren“ möchte er zudem sein neues Modelabel. Fantasiewelt eines notorischen Betrügers? Wurscht. Der „König von Cannes“, wie sich der ehemals so schillernde Geschäftsmann gerne selbst nennt, will vor allem eines: Raus aus dem Gefängnis. Mit einer bedingten Entlassung – immerhin hat König bereits die Hälfte seiner Strafe abgesessen – dürfte es jedoch vorerst nichts werden. Denn die nächste Anklage ist bereits im Anmarsch.

Versuchte Anstiftung zum Amtsmissbrauch, versuchter schwerer Betrug: Diesen Vorwürfen geht die Staatsanwaltschaft Feldkirch nach, wie deren Sprecher, Heinz Rusch, auf VN-Anfrage bestätigte. Ob und wann Anklage erhoben wird, wollte Rusch nicht sagen.

Raus um jeden Preis

Nach den VN vorliegenden Gerichtsunterlagen soll König der Leiterin des psychologischen Dienstes in der Justizanstalt Sonnberg letztes Jahr 50.000 Euro angeboten haben, wenn sie sich für seine vorzeitige Entlassung beim zuständigen Gericht und der Justizvollzugsanstalt einbringen würde. Der zweite Fall datiert aus dem Jahr 2008. König steht im Verdacht, bei einer spanischen Bank wertlose Wertpapiere als Sicherheit für einen Kredit über mehrere Millionen Euro angeboten zu haben. Rechtshilfeansuchen, Kontoöffnungen im Ausland und Gutachten ziehen das Verfahren in die Länge.

König, der sämtliche Vorwürfe bestreitet, sieht sich als Opfer der Justiz und der Polizei. Er zeigte Kriminalbeamten, Staatsanwälte, Richter und Vollzugsbeamte bei der Wiener Korruptionsstaatsanwaltschaft an und beantragte mehrmals erfolglos die Einstellung des aktuellen Ermittlungsverfahrens. Auch eine Wiederaufnahme jenes Verfahrens, das ihn hinter Gitter brachte, wurde vom Oberlandesgericht Innsbruck abgewiesen. (VN/Jörg Stadler)

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