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Der Jugend verschrieben

Lustenau - Roman Zöhrer leitet das Culture Factor Y in Lustenau.

Roman Zöhrer hat sich eigentlich schon immer für die Jugend stark gemacht. Schon als er selber Jugendlicher war. „Ich war Mitglied der Verbandlichen Jugendorganisation und habe schon damals gefunden, dass es für Jugendliche viel zu wenig Plattformen gibt, wo sie sich etwa für politische oder andere Anliegen stark machen können“, erinnert er sich. Mit den Jahren immer mehr in die Thematik hineingewachsen, hat der gebürtige Bludenzer sein Hobby dann zum Beruf gemacht.

Raum bieten

In der Villa K. in Bludenz war Zöhrer für einige Zeit als Leiter beschäftigt, bei Martin Hagen in der Offenen Jugendarbeit Dornbirn war er ebenfalls tätig. Seit nunmehr zehn Jahren zeichnet der 41-Jährige für das Culture Factor Y in Lustenau verantwortlich, gleichzeitig für das Full House, das neu eröffnete Mädchencafé sowie für das Sprachförderprojekt in der Hannes-Grabher-Siedlung – alle in Lustenau situiert. Das Anliegen ist immer dasselbe: Sich stark machen für Jugendliche. Ihnen Freiräume schaffen. Plätze bieten, wo die Jugend Jugend sein kann. „Für die meisten sind Jugendtreffs Begegnungsstätten, wo sie sich austauschen können, einfach nur ‚abhängen‘ oder Party machen“, weiß er. „Unsere Aufgabe ist es, die Jugendlichen in ihrer Entwicklung ins Erwachsenenleben zu begleiten. Dafür brauchen sie Räumlichkeiten, wo sie ganz sie selbst sein können. Natürlich mit Rahmenbedingungen“, ergänzt Zöhrer. Was ihm zudem sehr wichtig sei: „Ich will die Stärken der Jugend fördern. Nicht auf ihre Schwächen aufmerksam machen.“

Lösungen aufzeigen

Beschäftigt einen Jugendlichen ein Problem – sei dies in der Familie, in der Schule oder am Arbeitsplatz – stehen ihm Pädagogen oder Sozialarbeiter zur Seite. Ihre Aufgabe ist es, mit Jugendlichen das Gespräch zu suchen. Ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Problem gelöst werden kann und sie gegebenenfalls auch auf diesem Weg zu begleiten. „In Vorarlberg haben wir ein sehr gut organisiertes, professionelles Netzwerk, auf das wir in solchen Situationen zurückgreifen können.“ Zöhrer legt viel Wert darauf, den Jugendlichen, die das Culture Factor Y besuchen, viele unterschiedliche Projekte anzubieten. Regelmäßig wird Gewaltprävention oder Integration zum Thema gemacht. Auch an diesem Wochenende (siehe Infozeile). Aber auch Veranstaltungen wie psychologische Gespräche mit Experten oder Bücherpräsentationen gehen im Culture Factor Y über die Bühne. Und sie stoßen allesamt auf großen Anklang: „Die Jugend nimmt solche Themen interessiert auf. Sie ist sehr wohl bereit, sich mit tiefgehenden Themen aus­einanderzusetzen“, räumt er Vorurteile aus.

Für Themen sensibilisieren

Zur Zeit sei die Atomthematik rund um Japan ein dominierendes Thema im Culture Factor Y. „Es ist traurig, dass zuerst ein solches Unglück passieren muss, dass man aufgerüttelt wird“, bedauert Zöhrer. „Aber unsere Jugendlichen lassen sich derzeit sehr stark für Umweltthemen sensibilisieren. Einige laufen sogar durch unsere Räumlichkeiten und sammeln Unterschriften gegen Atomkraft“, sagt er stolz. Die Migrationsthematik werde ebenfalls großgeschrieben: „Die Nationalität unserer Jugendlichen ist vollkommen irrelevant.“ Durch Projekte werde die Thematik regelmäßig reflektiert. „Dort wird unter anderem darüber diskutiert, dass wir alle Menschen sind. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Geschichten. Geschichten, die erzählt werden sollen, um sich besser zu verstehen und Freundschaften aufzubauen. Und das funktioniert.“ Was sie dafür aber brauchen, sind Räume. Rückzugsmöglichkeiten, wo sie ganz sie selbst sein können. Und die bietet ihnen der von der Kommune finanzierte Verein.

Zur Person

Roman Zöhrer leitet das Culture Factor Y, das Full House, das Mädchencafé und ein Sprachförderprojekt in Lustenau Geboren: 29. November 1969 in Bludenz
Wohnort: Dornbirn
Ausbildung: Hochschullehrgang zum Sozial- und Kulturpädagogen an der Karl-Franzens-Universität in Graz
Interessen: Snowboarden, Politik, Kulturarbeit
Familie: ledig

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