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Der Jakobsweg – kabarettistisch

Fifi legt eine Ruhepause auf dem Jakobsweg ein.
Fifi legt eine Ruhepause auf dem Jakobsweg ein. ©Veranstalter/TaS

Ex-Hektiker Wolfgang Fifi Pissecker plauderte über seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg in Spanien.

Feldkirch. (sch) Das Theater am Saumarkt war wieder einmal zum Bersten gefüllt – war einerseits doch ein beliebter Kabarettist, Fifi Pissecker, angekündigt; andrerseits wollte er über Erlebnisse berichten, die seit Hape Kerkeling Kult geworden sind: Wie „bewältigt“ man den Jakobsweg? Nun, religiöse Gründe sind es heute eher nicht mehr. Es ist vielmehr Mode geworden, einmal jenen Kick zu empfinden, wenn man 732 Kilometer Fußweg geschafft hat. Wolfgang Fifi Pissecker, 1965 in Wien als Sohn der ORF-Legende Walter Pissecker (1929-1985, „Panorama“, „Seinerzeit“) geboren, wurde populär als Mitglied der einst berühmten „Hektiker“, und seine Fußmarscherlebnisse, die er am Saumarkt zum 120. Mal präsentierte, sind deshalb wohl so begehrt, weil Fifi das kabarettistische Pointensetzen noch immer glänzend beherrscht.

Fifi und der Jakobsweg

Die berühmte Jakobsmuschel der Pilger empfängt das Publikum als Farb-Dia an der Wand. Und markante Farbfotos der spanischen Landschaften, Bauwerke, Kathedralen, von Spaniern, Pilgern etc. waren optisch gewiss sehr aufschlussreich. Fifis Kommentare (es dürfte auch ein bisschen dichterische Freiheit dabei gewesen sein) zu den 39 „Wandertagen“ mit den 732 Kilometern von Pamplona bis zum ersehnten Leuchtturm von Finisterrae waren immer wieder garniert mit Wiener Schmäh… Die Schilderung verlauster Pilger-Stockbetten, der Wirrwarr der gelben „Verkehrspfeile“, die Möglichkeit eines Pilgerdopings, die genüssliche Schilderung von Raststätten, die getarnte „Pilger-Puffs“ waren, z. B. ein Club Hostal etc. Daneben vermochte Pissecker aber auch besinnliche Pausen zu setzen wie etwa mit Bildern der zahlreichen Gräber von Pilgern, die ihr Ziel nicht erreichten. Man glaubte dem Erzähler schließlich die unbändige Erleichterung, als der letzte Tag des langen Weges gekommen war. Jetzt dankte er Gott; Fifi hatte ja schon vorher wie einst Don Camillo immer wieder mit Gott ironisch diskutiert…Wolfgang Fifi Pissecker: „Der Jakobsweg ist gewiss zum blühenden Tourismuszweig geworden, doch wer ihn in langen, einsamen Stunden gegangen ist, kommt als befreit wirkender, fast schwerelos und besser gewordener Mensch ans Ziel.“

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