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Der Hang zum starken Mann

©NEUE am Sonntag
Christian Hörl, früherer Grünen-Landtagsabgeordneter, im Gespräch mit der "Neue am Sonntag" über seine ehemalige Partei, alte Fußballspiele und die Geschichte vom gerechten Vater.

Sie waren von 1993 bis 2000 Grünen-Landtagsabgeordneter, von 1994 bis 1999 auch Klubobmann. 2002 sind Sie aus der Partei ausgetreten. Wie sehen Sie heute den Zustand Ihrer ehemaligen Partei auf Bundesebene?

Christian Hörl: Er erscheint mir als logische Konsequenz. Mit einer zunehmenden „Parteiwerdung“ wurden die Entscheidungen auf wenige Menschen konzentriert. Gleichzeitig ist im Konflikt mit den Jungen Grünen etwas aufgebrochen – wie beim Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Da tun auch alle so, als ob alles in Ordnung sei, bis ein Kind sagt. „Der Kaiser hat ja gar nichts an“. Das ist ein Stück weit passiert, allerdings nicht in dem Ausmaß, dass irgendjemand nackt gewesen ist.

Nun wird gerade bei den Grünen Basisdemokratie hochgehalten.

Hörl: In einer Demokratie braucht es möglichst alle, auch im Zusammenspiel zwischen Exekutive, Legislative und Judikative. Derzeit sehen wir aber überall, dass der Exekutive, sprich der Regierung, immer mehr zugeschrieben und das Parlament schwächer wird. Wir stärken die Spitzen und konzentrieren die Macht auf wenige. Die Basisdemokratie der Grünen war immer ein Versuch, Demokratie zu leben. Nur glaube ich, dass sie bei den Grünen zwischen den Wahlen zu wenig gelebt wurde. Du kannst nicht einmal alle vier, fünf Jahre Basisdemokratie veranstalten. Oder eine Abstimmung machen wie Brexit in Großbritannien. Dann kann auch der ganze Frust der Leute zum Ausdruck kommen. Basisdemokratie heißt Demokratie üben, so wie die Schweizer das machen

Wobei dort die Wahlbeteiligung oft äußerst gering ist. Wie demokratisch ist das?

Hörl: Zu direkter und repräsentativer Demokratie gehört auch noch die partizipative dazu – in Vorarlberg etwa die Bürgerräte. Dieses Zusammenspiel zwischen partizipativer, direkter und repräsentativer Demokratie müssen wir weiterentwickeln. Ich schaue mir ab und zu ein altes Fußballmatch an. Beim 1966er-WM-Finale Deutschland gegen England spielen die so langsam, dass du das Gefühl hast, da spielt Silbertal gegen Vandans. Das Lustige an dem Ganzen ist, dass der Reporter ständig von den zwei besten Mannschaften der Welt spricht. Der Fußball hat sich extrem weiterentwickelt. Dort kann nicht mehr einer 90 Minuten das Gleiche tun, sondern die arbeiten miteinander.

Aber auch Fußball lebt von einzelnen Persönlichkeiten, oder?

Hörl: Natürlich, aber er lebt auch von deren Zusammenspiel. Komplexe Gesellschaften brauchen ein Zusammenspiel zwischen an der Sache interessierten politischen Persönlichkeiten und der Bevölkerung, das muss geübt werden. In Hinblick auf die Grünen heißt das, dass versucht werden sollte, mit der Basis zu arbeiten. Ich war mal gemeinsam mit Alexander Van der Bellen verantwortlich für die ökosoziale Steuerreform. Da haben wir versucht, ein inhaltliches Zentrum zu schaffen und zuerst nach innen zu kommunizieren und dann erst nach außen. Oft passiert es einem/r Grünen ja, dass der Trafikant zu ihm sagt, was habt ihr euch da schon wieder gedacht. Der oder die muss dann erst die Zeitung lesen, um mitreden zu können.

(Das ganze Interview lesen Sie in der NEUE am Sonntag)

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