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Der Glaube verleiht Flügel

Es waren nicht mehr viele, die ihr ein Comeback zugetraut haben, doch sie ist zurück.
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Eva Pinkelnig hat das Lächeln wiedergefunden, mehr noch: Mit ihren beiden Titeln bei den österreichischen Skisprungmeisterschaften von der Normal- und der Großschanze hat sie auch sportlich wieder zur Weltspitze im Damen-Skispringen aufgeschlossen. Der Weg zurück war ein emotionaler und zutiefst persönlicher. Darüber zu sprechen fällt der der 30-Jährigen leichter denn je, auch wenn sie dabei sehr tief in ihre Seele blicken lässt.Der Skiwinter 2016/17 hat nämlich tiefe Wunden hinterlassen. Diese galt es zu heilen und das hätten, so verrät die Dornbirnerin, ihr nur wenige zugetraut. Sie hörte Sätze wie „Es macht keinen Sinn zu kämpfen“ oder „Das haben schon erfolgreichere Skispringer als du nicht geschafft“. Eva Pinkelnig aber hat das Tal der Tränen durchschritten. Geholfen hat ihr dabei ihr tiefer Glaube. Sie weiß, wem sie das zu verdanken hat: „Gott sprengt unsere begrenzten Gedanken. Es fühlt sich an wie damals, als ich mit dem Skispringen angefangen haben, als alle zu mir gesagt haben: „Es ist nicht möglich.“ Aber beides war möglich.

Pinkelnig ist eine Spätberufene in Sachen Skispringen. Erst im Alter von 24 Jahren wagte sie die ersten Sprünge. Dabei hatte sie schon als Kind davon geträumt, einmal einen Sprung über 100 m in den Schnee setzen zu können. Doch es waren andere Sportarten, die die gelernte Freizeit-Pädagogin begleiteten. Skifahren, Klettern oder Fußball. Heute ist sie überzeugt, dass alles so sein musste.
Ihr Vertrauen in Gott ist Teil ihrer Erziehung, die sie erfahren durfte. Schon im Kindesalter habe dieser Glaube eine wichtige Rolle in der Familie gespielt. „Auch in schweren Zeiten.“ Als religiös bezeichnet sich die Sportlerin deswegen nicht. „Religion hat für mich mit Vorschriften zu tun, bedeutet für mich Gesetze. Mein Glaube ist die persönliche Beziehung zu Gott“, sagt sie. All das sei ihr nach ihrer ersten Saison abhandengekommen. Da habe sie mehr auf Experten, also auf Menschen vertraut. Tränen, Ohnmacht, Wut – all das habe sie nach den schweren Stürzen verspürt. „Ich bin am Boden gelegen. Das hat mich aber zugleich stark gemacht.“ Vor allem ihre Familie und ihre engsten Freunde seien auf dem Weg zurück wichtig gewesen. Letztendlich habe sie auch Unterstützung im Landesverband und von Vereinstrainer Marcel Sohm erfahren.

Als Wendepunkt bezeichnet Pinkelnig auch die Tatsache, im Jänner 2018 in die Trainingsgruppe 2 mit Coach Björn Koch gewechselt zu haben. „Er hat mir von Beginn an Vertrauen geschenkt. Für ihn war immer klar: Wir schaffen das“, erinnert sie sich. Im Frühling dann holte das neue ÖSV-Damen-Cheftrainerduo Harald Rodlauer/Stefan Kaiser die Vorarlbergerin zurück in die erste Trainingsgruppe. Danach ging alles schnell. Das Gefühl ist zurück, das Vertrauen auch. „Ich kann bei meinen Sprüngen jederzeit eingreifen, bekomme alles mit und kann dementsprechend in der Luft Gas geben.“ All das habe seine Zeit gebraucht, denn selbst als sie schon in die Weltcuppunkte gesprungen sei, habe ihr „Hirn auf Blackbox“ geschaltet. „Da wusste ich nach der Landung nicht mehr, was passiert ist.“
Inzwischen spricht Pinkelnig wieder über Ziele. „Das ist wichtig, aber ohne Plan dahinter bleibt es nur ein Wunsch.“ Mit der Heim-WM in Seefeld im Februar sowie den Olympischen Spielen 2020 in Peking verfolgt die Skispringerin weitere Ziele. „Bei den letzten Winterspielen hatte ich einfach keine Chance.“ Das soll sich nun ändern: „Ich bin zwar noch der gleiche Charakter, aber durch das Erlebte gestärkt, eben die neue, alte Eva.“ Wichtig war, dass mit „Hefel Premium Bettwaren ein langjähriger Sponsor zur Seite stand. Im Sommer kam MO-Catering hinzu und neu Marios Bike und Lenz Nenning. „Es zeigt, dass sie an mich glauben. Das hat mir zusätzlichen Auftrieb gegeben, dafür bin ich dankbar“, sagt Pinkelnig, den Blick Richtung nächsten Bewerb gerichtet. Nur eines streut sie noch ein: „Auf Oberstdorf freue ich mich besonders.“

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