Der doppelte Freddy Quinn

Alfons Noventa debütierte als Freddy Quinn.
Alfons Noventa debütierte als Freddy Quinn.

Alfons Noventa und Christine Aichberger von der Studiobühne Schönbrunn zeigten zweimal in der Remise Szenen aus Leben und Karriere des berühmten Schlagerstars Freddy Quinn.

Der gebürtige Bludenzer Schauspieler, Sänger, Autor und Regisseur Alfons Noventa und seine vielseitige Partnerin Christine Aichberger aus Tulln gründeten vor etlichen Jahren die Studiobühne Schönbrunn in Wien und produzieren immer wieder volkstümliche Programme, teils ernst, teils heiter, oft mit biografischem Hintergrund, wie etwa bei Schubert, Laurentius von Schnifis, Angelika Kauffmann oder Haydn, und stets mit einem ansprechenden Mix aus Wort und Musik bzw. Gesang. Das letzte Opus des Künstlerpaares, „Bravo Gustl! Applaus für den Souffleur!“ hatte keine Berühmtheit im Fokus, sondern den oft unbedankten und dennoch so wichtigen Job des Theatersouffleurs. Nun, in der neuesten Produktion der Studiobühne Schönbrunn geht es um Leben und Karriere eines noch lebenden Künstlers, nämlich um Freddy Quinn. Der gebürtige Wiener mit Hamburger Seemannsflair ist einer der größten Schlagerstars und Entertainer des letzten Jahrhunderts; am 27. September 2011 wird der ewige Publikumsliebling mit –zig Millionen verkaufter Schallplatten achtzig Jahre alt,  hat sich aber aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

„Der Koffer des Gauklers – A Tribute to Freddy Quinn. Sein Leben – seine Lieder” ist das Motto des klingenden Geburtstagsgeschenks des Duos für den immer noch beliebten Superstar Freddy Quinn.

Der doppelte Freddy

Nun, um es gleich vorwegzunehmen, das Publikum hatte beim „Heimspiel“ Alfons Noventas seine helle Freude. Der Haken ist allerdings, dass der Bludenzer Künstler optisch wie stimmlich kaum etwas vom Profil Freddy Quinns hat. Er ist viel größer als der echte Freddy, neigt stimmlich zum Schmettern, wo Freddy mit weichem Bariton bezaubert, und wirkte bisweilen zu schnippisch (Der Schreiber kennt Freddy Quinn persönlich). Der echte Freddy ist durch die Schallplatte, Filme und Shows bei seinen Fans mittleren Alters noch so unverwechselbar präsent, dass ein Freddy-Darsteller das Risiko eingeht, Teile des Publikums zu enttäuschen. Wenn man die Erinnerung an den echten Freddy für Stunden ausschalten konnte, blieb für Fans von Alfons und Cristine aber noch genug Vergnügen.  

Im ersten Teil dominierte der ominöse Koffer mit vererbten Fan-Artikeln von Freddy, der dann der Anlass für das Programm ist. Das  Interview von Christine mit Freddy berichtete alles Wichtige über die sagenhafte Karriere des „Heimweh“- Jungen (seit 1956). Alfons Noventa sang dann im zweiten Teil mit kräftigem Bariton und coolem Charme Freddy-Lieder aus dem legendären Konzert in der New Yorker Carnegie Hall (1981). Die Fans der Freddy-Lieder konnten so ziemlich alle Hits ihres Idols zu den Themen Heimweh, Fernweh, Seemannslos, Zirkus, Country-Songs etc.à la Alfons-Sound hören. Christine Aichberger zeigte ihre pianistischen Künste bei Liszt und war eine überzeugende Moderatorin des Carnegie-Konzerts. Wäre der echte Freddy Quinn mit dieser Show zum Achtzigsten glücklich?  In Bludenz gab es jedenfalls viel Applaus. SCH

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