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Der "Corona-Widerstand" geht einkaufen – ohne Maske

Gemeinsames Shopping im Bregenzer Interspar, ohne FFP2: Drei Personen folgten einem Telegram-Aufruf und verbuchten ihren maskenbefreiten Auftritt in Form eines Videos als vollen Erfolg des "Corona-Widerstands".

Vergangenen Donnerstag zeigten drei Personen die ganze Wucht des Vorarlberger "Querdenker-Widerstands". Vollen Mutes und mit wackerem Schritte lenkten sie einen Einkaufswagen nachmittags durch eine Interspar-Filiale in Bregenz – ohne FFP2-Maske, der Covid-Verordnung trotzend. Auf einem öffentlichen Telegram-Channel hatten sie zuvor zum kollektiven, "maskenbefreiten" Einkauf aufgerufen. Auf dem rund zweiminütigen Video, das VOL.AT vorliegt, zeigen sich drei der "Helden" ihrer Zunft in voller Pracht und stolz, ein kleines Stück ihrer – durch ein Stück Kunststoff im Gesicht verloren gegangenen – Freiheit wiederbekommen zu haben. Weder Mitarbeiter aus der Filiale noch Kunden vor Ort stiegen auf die Provokationen der Maßnahmen-Kritiker ein, zumindest nicht in dem veröffentlichen Ausschnitt des Smartphone-Videos. Ein voller Erfolg für die "Corona-Maßnahmen-Kritiker", der wenige Tage nach der gelungenen Premiere zur Gründung eines weiteren Telegram-Channels führte. Dort werde man sich in Zukunft zum gemeinsamen Einkaufen verabreden, selbstverständlich ohne das Tragen von Mund-Nasen-Schutz. Explizit verwies man außerdem auf die Spar-Information, die ausdrücklich bestätigt, dass Spar-Mitarbeiter aufgerufen sind, nicht konsequent gegen die Missachtung der Covid-Verordnung vorzugehen. Außerdem findet sich im Channel eine umfangreiche Liste an Lebensmittelhändlern in ganz Vorarlberg. Eingeteilt wird in den Kriterien "Hier kommst du ohne Maulkorb nicht am Türsteher vorbei" sowie "Hier arbeiten Menschen mit gesundem Menschenverstand".

Verbale Übergriffe und Spuck-Attacken

"Per Verordnung ist es notwendig, dass jeder Kunde während des Einkaufs eine FFP2-Maske trägt", sagt Nicole Berkmann, Unternehmenssprecherin von Spar auf VOL.AT-Nachfrage. Mitarbeiter würde die Kunden auch auf diese Pflicht hinweisen und wenn nötig einen Mund-Nasenschutz aushändigen. "Die absolute Mehrheit akzeptiert das auch und hält sich vorbildlich an die Verordnung. Menschen, die sich dagegen entscheiden, verhalten sich gegenüber den Spar-Mitarbeitern aber sehr aggressiv", so Berkmann. Es habe sowohl verbale Übergriffe als auch Spuck-Attacken gegeben. Die Mitarbeiter seien zu Akzeptanz aufgerufen worden, es sei nämlich nicht möglich alle 1600 Standorte in Österreich mit Sicherheitspersonal auszustatten.

BH Bregenz ermittelt

Für Umsetzung und Kontrollen der Covid-Verordnung zeichnet die BH Bregenz verantwortlich. Auf VOL.AT-Anfrage bestätigte der zuständige Beamte Mag. Rainer Honsig-Erlenburg Ermittlungen in besagtem Fall, insbesondere weil vorsätzlich und geplante Verstöße gegen die Maskenpflicht vorliegen würden: "Verstöße gegen die Maskenpflicht werden mit bis zu 500 Euro bestraft. Auch wird der konkrete Fall von uns überprüft."

Gegenüber VOL.AT gab die Polizei an, dass es bislang keine Anzeigen gegeben habe.

(VOL.AT)

Weitere Infos zur Pandemie findet man im VOL.AT-Corona-Special.

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