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Der auffällige Vierbeiner vom Ebnit

Dabei mag Emely Hunde. Zu Hause ist "Sam" ihr absoluter Liebling.
Dabei mag Emely Hunde. Zu Hause ist "Sam" ihr absoluter Liebling. ©VOL.AT/Bernd Hofmeister
Dornbirn - Mutter klagt an: Der Hund, der ihrem Kind ins Gesicht biss "läuft weiter frei herum".

Den 26. April 2011 werden Monika Klammer (30) und vor allem ihre Tochter Emily (3) niemals vergessen. Beim Gasthaus Heumöser im Ebnit wartete das kleine Mädchen mit ihrer Tante auf den Bus. Plötzlich kam es zum Kontakt mit dem Hund von Wirtin Daniela Brugger, einem damals fünfjährigen Border Collie. Der Hund biss das Kind ins Gesicht und fügte dem Mädchen schwere Verletzungen zu. Mit dem Notarzthubschrauber “C8” wurde die Kleine ins Landeskrankenhaus Feldkirch geflogen.

Geteilte Schuld?

Ein Jahr später geht es Emely zwar wieder gut, der Groll auf die Hundebesitzerin Daniela Brugger ist bei der Mutter des Mädchens jedoch geblieben. “Wir führen eine Zivilrechtsklage gegen die Besitzerin. Jetzt wird von der gegnerischen Versicherung eine 50:50-Schuld für diesen Vorfall reklamiert. Meine kleine Tochter soll also zu gleichen Teilen schuld sein, dass ihr der Hund das Gesicht verbiss? Das ist unglaublich”, empört sich Monika Klammer. Nach Ansicht von Hundebesitzerin und Heumöser-Wirtin Daniela Brugger ist ihr Vierbeiner jederzeit unter Kontrolle und grundsätzlich friedlich. “Er kommt nicht mit den Gästen in Kontakt”, sagt die Wirtin.

Weitere Vorfälle

Dem widerspricht Monika Klammer. “Ich fahre des Öfteren am Gasthaus vorbei. Und immer wieder sehe ich den Hund frei herumlaufen. Rund ums Haus oder in den umliegenden Wiesen. Der ist alles andere als unter Kontrolle.” Belegt sind andere Vorfälle, die es mit dem Tier gegeben hat. So wurde unter anderem auch Norbert Peter vom Border Collie, der “Blu” heißt, gebissen. “Es war im Winter. Ich verließ das Gasthaus. Der Hund lief mir nach und biss mich völlig überraschend von hinten ins Bein. Zum Glück hatte ich dicke Thermo-Stiefel an, passiert ist mir nichts.” Auch Marlies Peter, ebenfalls Ebniterin, räumt einen Vorfall ein. “Er hat mich einmal unter dem Tisch gezwickt. Böse war das nicht. Wahrscheinlich ist er erschrocken.” 

Gefährlichkeit belegt

Vorwürfe erhebt die Mutter des Kindes auch gegen die Gemeinde Lauterach, die als Wohnortgemeinde der Hundebesitzerin für den Vierbeiner behördlich zuständig ist. “Mehrmals hab ich dort mit dem zuständigen Beamten geredet, hab ihn darauf aufmerksam gemacht, dass der Hund völlig unbehelligt herumläuft. Gesagt wurde mir dann, die Polizei würde sich darum kümmern. Geschehen ist nichts.” Der ­Lauteracher Gemeinde­sekretär Kurt Rauch: “Die Situation ist für uns nicht einfach, da die Hundebesitzerin verschiedentlich ihren Wohnort wechselte. Aber es gibt einen Bescheid der ­Gemeinde mit klaren Ver­haltensregeln für den Hund, der hundepsychologisch untersucht wurde.” Rauch ­kündigte weitere Maßnahmen an. Stichwort Gutachten, das von der gerichtlich beeideten Hunde-Sachverständigen Ruth Hochstätter gemacht wurde: Blu sei grundsätzlich nicht aggressiv. “Doch er legt ein ausgeprägtes Hüteverhalten an den Tag, das zu gefährlichen Situationen führen kann.” 
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