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Der Anschluss, der nicht zu verhindern war.

Im  Archivgespräch referierte Univ. Prof. Dr. Thomas Albrich über den Nationalsozialismus.
Im Archivgespräch referierte Univ. Prof. Dr. Thomas Albrich über den Nationalsozialismus. ©Bernhard Tost
Lustenauer Archivgespräche 2013: Thema Nationalsozialismus in Österreich.

 

     Informativer Vortrag von Prof. Dr. Thomas Albrich zum Nationalsozialismus.

Lustenau. (bet) “Der Anschluss Österreichs an das Dritte Reich im März 1938 ist neben dem Untergang der Habsburg-Monarchie im Jahre 1918 das zentrale historische Ereignis des vergangenen Jahrhunderts. Folgen und Nachwirkungen prägten die anschließende Geschichte der Zweiten Republik und sind in vielen Familienbiografien bis heute als irreparable Brüche präsent”, so Dr. Albrich einleitend.

Hitlers Kalkül

“Über den “Anschluss” ist seit 1918 diskutiert worden – so haben ihn auch die Sozialdemokraten bis Oktober 1933 im Parteiprogramm stehen. Man erhoffte sich dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung Österreichs”, erläutert der Referent. Als am 19. November 1937 der stellvertretende britische Außenminister Lord Halifax den Diktator Adolf Hitler trifft, gibt der Vertraute von Premierminister Neville Chamberlain zu erkennen, dass England gegen eine Annexion Österreichs nichts einzuwenden hätte – wenn sie mit friedlichen Mitteln geschähe. Daraufhin erhöht das NS-Regime den Druck auf  Österreichs Regierung: Hitler bestellt den österreichischen Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg zu einem Gespräch auf den Obersalzberg. Der Reichsführer verlangt, dass die seit dem 19. Juni 1933 verbotene Partei der österreichischen Nationalsozialisten an der Regierung beteiligt wird. Arthur Seyß-Inquart, soll Innenminister werden und die Polizeigewalt übernehmen. Schuschnigg setzt für den 13. März 1938 eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit seines Landes an. Gleichzeitig sucht er vergebens bei den Westmächten Unterstützung zu erhalten – und tritt am 11. März 1938 zurück.

Einmarsch ohne Schußwechsel

Da Bundespräsident Wilhelm Miklas sich weigert, Seyß-Inquart ins Amt zu hieven, erteilt Hitler den Befehl zum Einmarsch. Im Morgengrauen des 12. März 1938 überschreiten sechs Divisionen der deutschen Wehrmacht die Grenze zu Österreich – ohne, dass ein Schuß fällt. Mit den deutsche Truppen kommt ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften ins Land, das sofort mitdem Aufbau einer straffen Parteiorganisation beginnt und die ersten “Säuberungen” im Staatsapparat vornimmt. Durch Josef Bürckel, Gauleiter von Wien, wird die Umstrukturierung des Landes in sieben Gaue sogleich vollzogen. Ein intensiver Strassenbau sowie die Nutzung der Rohstoffresourcen (Erdöl) werden vorangetrieben. Die Nationalbank bunkerte damals 741 Mill. Schilling und Gold im Wert von 2,7 Milliarden Schilling.

Ungezügelter Antisemitismus

Am 13. März 1938 tritt schließlich der sogenannte Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich durch entsprechende Gesetze in Kraft. Die Bevölkerung bejubelt den gebürtigen Österreicher Hitler mit Begeisterung. Parallel dazu kommt es zu massiven Übergriffen auf Juden und Nazi Gegnern. Allein zwischen dem 12. und 22. März 1938 gibt es in der Ostmark offiziell 1.742 Festnahmen, 42 Synagogen werden angezündet, 96 Menschen bringen sich um. In den folgenden Wochen werden 72.000 Menschen verhaftet, darunter Politiker, Intellektuelle und vor allem Juden. Am 1. 4. 1938 rollen die ersten Deportationen ins KZ Dachau an.     

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