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Demenz verstehen – Leitfaden für die Praxis

Eine hochkarätige Podiumsrunde
Eine hochkarätige Podiumsrunde ©Pezold
Mit einem "Leitfaden für die Praxis" wurde im Löwensaal das Thema Demenz diskutiert.

Die Zahl der Demenzkranken steigt besorgniserregend, jeder zehnte über 60-Jährige ist betroffen. Aufklärung tut Not.

Hohenems (pe).
Alle, die beruflich oder privat mit Demenz zu tun haben, oder einfach nur am Thema interessiert sind, sahen sich am Dienstag im Löwensaal einer elitären Expertengruppe gegenüber. Gemeinsam gehen die Fachleute der Senecura Österreich, der Senevita Schweiz und der Demenzklinik Sonnweid bei Zürich daran, über diese Krankheit zu informieren, Pflegende zu unterstützen und Personal auszubilden. Das Treffen sollte dazu beitragen, ein Thema, das immer noch viele Tabus hat, einer breiten Öffentlichkeit zugängig zu machen.

Nahkampfzone Speisesaal
Michael Schmieder, Leiter der Demenzklinik Sonnweid, beschrieb ausführlich, worauf es in der Pflege Demenzkranker in erster Linie ankommt. Dabei kam in hohem Maße die Ausbildung des Personals zur Sprache. „Die Probleme beginnen schon beim Essen verabreichen“, so der Spezialist. Michael Schmieder ist überzeugt, dass es für die Patienten ein Mehr an Lebensqualität bedeutet, wenn sie in einer speziellen Demenzstation aufgehoben sind. Was den Umgang mit den Kranken angeht, gibt es viele Meinungen, etliche Weisheiten und sicherlich Unmengen von Streitpunkten. Eines jedoch, da sind sich die Experten einig, ist unumgänglich – Nähe und Liebe.

Vier Arten von Demenz
Dr. Albert Lingg, ein Vorreiter in Sachen Demenz, kümmerte sich darum, den 250 Gästen einige medizinische Fakten näher zu bringen. „Wir unterscheiden vier Arten der Krankheit: Alzheimer, Vaskuläre Demenz, Frontale Demenz und Lewy Bodies Demenz“, erläuterte der Primar. „Je älter der Mensch ist, desto höher ist das Risiko, zu erkranken.“

Profis diskutieren
Richard Amann äußerte sich in seiner Ansprache lobend über die schwierige Pionierarbeit der Sachverständigen und Geschäftsführer der Senecura, Dr. Remo Schneider fasste in einem Satz zusammen: „Vergesst die Liebe nicht!“ Während alle Aspekte in der Podiumsdiskussion, unter der Moderation von Marlies Mohr, unter die Lupe genommen wurden, kam ein wichtiger Impuls von Architekt Michael Heim, der sich Gedanken über die Wohnsituation in den Demenzstationen machte: „Müsste ich ein Heim für Demenzkranke bauen, wäre mein Bauherr der Demente selbst.“

Die Krankheit Demenz wird durch seine Präsenz weiterhin in aller Munde sein, sodass die Aufklärung, die Medikation, die Pflege, die Forschung und allen voran die Liebe zum Menschen, nicht in Vergessenheit geraten werden.

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