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Dem Risiko ein Schnippchen schlagen

Versprochen ist bald etwas: Sieben, zehn, ja 15 Prozent jährlichen Ertrag haben Vermögensberater noch vor wenigen Monaten als durchaus möglich hingestellt. Extra

Dann kam die Immobilienkrise in den USA und die Aktienkurse sind weltweit gepurzelt.

Wer am Anfang des Ansparprozesses für die Altersvorsorge steht, wird das relativ leicht wegstecken. Zwar gilt aus rein rechnerischen Gründen, dass Verluste in den ersten Jahren das Gesamtergebnis zwangsläufig stark drücken: Halbieren sich die Kurse einer Geldanlage anfangs, so müssen sie sich später erst einmal verdoppeln, damit zumindest das Startkapital wieder erreicht ist.

Nicht zu unterschätzen sind dabei die Auswirkungen der Inflation. Jahrelang erfreuten wir uns in Österreich einer Geldentwertung von maximal zwei Prozent pro Jahr. Derzeit macht die Inflation aber drei Prozent und mehr aus, und das wirkt sich vor allem langfristig aus.

Laut einer aktuellen Fessel-Gfk-Umfrage glauben Männer, dass sie in der Pension mit 1650 Euro monatlich gut auskommen könnten; Frauen sind bescheidener und kalkulieren mit 1400 Euro. Die tatsächlichen Durchschnittspensionen machen aber nur 1300 Euro (Männer) beziehungsweise 768 Euro (Frauen) aus. Es bleibt also bei Männern eine Pensionslücke von 350 Euro und bei Frauen sogar von 632 Euro monatlich. Wer allerdings seine monatlichen Einzahlungen in eine private Pensionsvorsorge auf diesen Betrag abstellt, wird später bitter enttäuscht sein. Wer als 30-Jähriger mit der Altersvorsorge beginnt und mit 60 eine entsprechend hohe Privatpension beziehen will, muss mit ganz anderen Beträgen kalkulieren.

Bei einer durchaus realistischen Inflationsrate von drei Prozent müsste die monatliche Zusatzrente des Mannes nicht weniger als 850 Euro ausmachen, um den erhofften Lebensstandard zu sichern. Bei Frauen müssten es angesichts der größeren Pensionslücke gar 1534 Euro sein. Auf diese Beträge müssten die Einzahlungen abgestellt werden – oder man kalkuliert mit höheren Gewinnen. Anlageberater neigen dazu, die erzielbaren Erträge in den rosigsten Farben zu schildern, die Risken aber eher herunterzuspielen. Sicher ist dabei nur eines: Je höher die Gewinnchancen, desto größer ist auch das Risiko.

Der Unterschied ist allerdings auf längere Zeitspannen gerechnet beachtlich. Wer ab dem 30. Lebensjahr monatlich hundert Euro zurücklegt, darf sich bei dreiprozentiger Nettoverzinsung mit 65 über ein Vermögen von 73.734 Euro freuen. Bei sieben Prozent Ertrag pro Jahr wächst das Ersparte in diesen 35 Jahren auf ein beachtliches Vermögen von 172.174 Euro. Das ist das 2,3fache dessen, was bei dreiprozentiger Verzinsung am Schluss auf dem Konto ist. Um dem Risiko ein Schnippchen zu schlagen und dennoch die Chance auf gute Erträge zu wahren, empfehlen Experten eine Mischung aus sicheren und gewinnträchtigen Anlagen: 20 Prozent auf dem Sparbuch, 50 Prozent in festverzinslichen Wertpapieren und 30 Prozent in Aktien wären ein solcher Mix.

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