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"Das soziale Herz wird entrissen"

Seit 45 Jahren ist das SOS Kinderdorf in Dornbirn fixer Bestandteil der Vorarlberger Sozialszene.
Seit 45 Jahren ist das SOS Kinderdorf in Dornbirn fixer Bestandteil der Vorarlberger Sozialszene. ©Miro
Dornbirn - Am Donnerstag wurden 1000 Unterschriften gegen den geplanten Abriss des SOS-Kinderdorfes in Dornbirn an Landesrätin Greti Schmid übergeben. W&W sprach mit dem langjährigen Leiter des Kinderdorfes Alfred Rieder und dem Ehemaligen Markus Krajisnik.
SOS-Kinderdorf schließt die Pforten

WANN & WO: Das SOS-Kinderdorf soll abgerissen werden. Welche Gründe gibt es dafür und wie ist derzeit der Stand der Dinge?

Alfred Rieder: Im Jahr 2010 wurde von der Geschäftsführung bekannt gegeben, dass das SOS-Kinderdorf Dornbirn zumindest teilweise abgerissen und das Areal an eine Baufirma verpachtet werden soll. Noch heuer soll mit den Häusern im Unterdorf begonnen werden. Bis 2015 soll das gesamte Areal abgerissen werden.

Markus Krajisnik: Ich bin selbst im SOS-Kinderdorf Dornbirn aufgewachsen und habe dort mein Zuhause gefunden. „Dahoam ist dahoam“ sagt man in Vorarlberg und nun soll mein Heim und das von vielen anderen abgerissen werden? Erste Gerüchte über einen geplanten Abriss gab es bereits vor vier Jahren. Wir wissen alle, dass es sich beim Standort des Kinderdorfes um eines der teuersten und begehrtesten Grundstücke in Dornbirn handelt.

WANN & WO: Weiß man schon, wer sich für das Grundstück interessiert?

Alfred Rieder: Es gab bereits Interessensbekundungen seitens eines Dornbirner Bauunternehmens. Wie die Pläne dieses Unternehmens weiter aussehen, darüber können wir derzeit nur spekulieren, da uns weitere Infos fehlen. Es gibt definitiv Interessenten, nur hängt derzeit alles ein bisschen in der Schwebe.

Markus Krajisnik: Das große Gelände am Knie liegt in einer ruhigen und sehr schönen Gegend – ein optimaler Standort also für ein Bauprojekt. Als bekannt wurde, dass das Kinderdorf abgerissen werden sollte, saß der Schock nicht nur bei den Bewohnern tief. Auch die Anrainer zeigten sich darüber empört. Eine Nachbarin sprach sogar davon, dass man der Gegend das soziale Herz entreißen würde.

WANN & WO: Welche Gründe gibt es von offizieller Seite für den geplanten Abriss?

Markus Krajisnik: In dem Schreiben der Geschäftsführung vom Mai 2010 heißt es, die Nachfrage nach Langzeitbetreuung von Kindern in SOS-Familien in Vorarlberg wäre aktuell nicht mehr gegeben und ein Angebot der KD-Familie würde nicht weiter forciert werden. Außerdem soll das Gebiet in Dornbirn Haselstauden nach Möglichkeit über Baurecht bebaut werden. Es gibt in Vorarlberg aber zahlreiche Kinder, die auf Hilfe angewiesen sind. Aufgrund der Schließungspläne gibt es aber einen Aufnahmestopp.

WANN & WO: Ihr habt den Aktionskreis SOS gegründet und 1000 Unterschriften an Landesrätin Schmid übergeben. Was fordert ihr von den Verantwortlichen?

Alfred Rieder: Wir setzen uns natürlich für den Erhalt des SOS-Kinderdorfes Dornbirn und eine Weiterführung des bewährten und erfolgreich praktizierten heilsamen Weges für in Not geratene Kinder ein. Wir fordern, den Weg der Beseitigung zu stoppen und unverzüglich eine externe Evaluation auf sozialpädagogischer Basis zu erstellen!

Markus Krajisnik: Wir wurden mit unserem Anliegen lange nicht wahrgenommen. Erst als sich ein Kind in einem Brief direkt an den Landeshauptmann wendete, änderte sich die Situation. Nun wurden wir bei Landesrätin Greti Schmid eingeladen und konnten ihr 1000 Unterschriften von Kindern, Müttern, Freunden und Spendern überreichen. Wir hoffen nun, dass wir damit etwas bewirken konnten und uns unser Zuhause nicht weggenommen wird.

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