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Das Schicksal der Schwabenkinder

Die TeilnehmerInnen an der Landtagsexkursion ins Bauernhaus-Museum Wolfegg.
Die TeilnehmerInnen an der Landtagsexkursion ins Bauernhaus-Museum Wolfegg. ©Werner Micheli
Bregenz. (hapf) Die Schwabenkinder-Dauerausstellung im Bauernhaus-Museum in Wolfegg (Baden-Württemberg) war Ziel einer Exkursion des Vorarlberger Landtags.
Schwabenkinder Wolfegg

„Kaum ein historisches Thema aus unserer Region ist in den letzten Jahren auf so viel Resonanz gestoßen wie die berührende Geschichte der Schwabenkinder. Die fünf Länder umspannende Aufarbeitung ist auch ein hervorragendes Beispiel erfolgreicher, grenzüberschreitender Zusammenarbeit“, sagte Landtagspräsidentin Bernadette Mennel.  

Über vier Jahrhunderte hinweg erstreckte sich das sogenannte „Schwabengehen“.  Aus den verarmten Alpenregionen aus Vorarlberg, Tirol, und Graubünden zogen alljährlich tausende Kinder und Jugendliche nach Oberschwaben und ins Allgäu, um dort als Hütebuben, Mägde und Knechte auf Bauernhöfen zur arbeiten. Der Aufarbeitung dieses Kapitels unserer Geschichte hat sich das von der Europäischen Union geförderte Projekt „Schwabenkinder“ zur Aufgabe gemacht.

Verpflichtung für heutige Gesellschaft

Landtagspräsidentin Bernadette Mennel: „Aus heutiger Sicht tun wir uns etwas schwer beim Gedanken an die bittere Armut, die es noch bis ins 20. Jahrhundert in unserem Land einmal gegeben hat. Das länderübergreifende Schwabenkinder-Projekt erinnert auf besonders eindringliche Weise an eine schwierige Zeit und an gesellschaftliche Verhältnisse, die man sich heute kaum mehr vorstellen kann.“ Das unsägliche Leid dieser halbwüchsigen ArbeitsmigrantInnen müsse für die heutige Gesellschaft zur Verpflichtung werden, Kindern – auch im Kontext bitterer Armut – solches niemals wieder anzutun. „Der unbedingte Schutz der Wehrlosesten unter uns muss zum Programm werden, das auch in schlechten Zeiten seine Gültigkeit behält. Denn was eine Gesellschaft wirklich wert ist, zeigt sich gerade an ihrem Umgang mit den Schwächsten“.

Das durch das Interreg IV-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ geförderte Projekt verbindet die Herkunftsgebiete der Kinder im Alpenraum mit ihrem ehemaligen Arbeitsplatz in Oberschwaben. Neben dem federführenden Bauernhaus-Museum präsentieren weitere 26 Museen und Kulturreinrichtungen in den fünf Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein und Südtirol mit Informationsstationen und Dauerausstellungen verschiedene Aspekte der Schwabenkindergeschichte. So werden etwa im Angelika-Kauffmann-Museum in Schwarzenberg noch bis 28. Oktober Biografien von Schwarzenberger Schwabenkindern gezeigt.

10 Meter lange Bilderwand der Schwabenkinder

Das Bauernhaus-Museum Wolfegg beherbergt nicht nur den größten Baustein des grenzüberschreitenden Projekts, sondern nähert sich dem Thema zugleich multimedial und in klassischer Museums-Konzeption. Besonders beeindruckend in Wolfegg ist eine 10 Meter lange Fotowand. Fotografien verfolgen den Weg der Schwabenkinder von ihren Heimatorten über Stationen auf den Wanderwegen bis nach Oberschwaben. Die Leitung des Bauernhaus-Museum richtet vor allem an Vorarlberger Schulklassen die Einladung, diese Ausstellung zu besuchen. Kontakt: info@bauernhaus-museum.de, www.bauernhaus-museum.de.

Schwabenkinder-Datenbank

Eigens eingerichtet wurde die Schwabenkinder-Datenbank. Interessierte haben hier die Möglichkeit, Nachforschungen über Alter, Familie und Dienstorte von über 6.000 Schwabenkindern anzustellen. Unter www.schwabenkinder.eu sind alle Informationen zum Thema aufbereitet und ist auch die Datenbank erreichbar.

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