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Das kommt in Vorarlberg auf den Teller

Der Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch ist in Vorarlberg mit vier Prozent sehr gering.
Der Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch ist in Vorarlberg mit vier Prozent sehr gering. ©Klaus Hartinger
Lebensmittel aus Vorarlberg sind zwar begehrt, jedoch nur begrenzt verfügbar.
Fleischskandal in Vorarlberg

Der Vorarlberger Fleischskandal, über den WANN & WO und VOL.AT zuerst berichteten, sorgte zuletzt aufgrund irreführender Herkunftsangaben für vermeintliche Ländle-Produkte für Aufsehen. Die Vorarlberger Nachrichten haben nun recherchiert, wie groß der Anteil an Nahrungsmitteln aus Vorarlberg in verschiedenen Bereichen ist. Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger zufolge gebe die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln aus dem Ländle anlass zur Sorge. Vorarlberger Produkte sind schließlich nur in begrenztem Ausmaß verfügbar.

Laut Manuel Gohm, Geschäftsführer von “Ländle Qualitätsprodukte Marketing”, kann die heimische Landwirtschaft etwa bei einzelnen Fleischarten nur einen Bruchteil des Bedarfs decken. So würden nur vier Prozent des jährlichen Pro-Kopf-Verbrauchs an Schweinefleisch aus Vorarlberg kommen. Das liege unter anderem an der teuren Produktion, da Futter zugekauft werden müsse und die Auflagen bei der Haltung streng seien. Immerhin würden rund 80 Prozent des Frischfleischs aus Österreich stammen, ein Großteil kommt also aus anderen Bundesländern.

Bessere Zahlen beim Rindfleisch

Noch schlechter sieht es beim Geflügel aus: Hier liegt der Selbstversorgungsgrad nur bei einem Prozent. Die Zahl der Geflügel-Mastbetriebe im Ländle ist klein, zudem musste kürzlich ein ganzer Putenbestand in Hard aufgrund der Vogelgrippe gekeult werden. Wie beim Schweinefleisch kommt auch beim Geflügel ein Großteil des im Ländle verkauften Fleisches aus anderen Bundesländern.

Schweine- und Geflügelfleisch machen einen großen Teil des Fleischabsatzes aus, der nächstgrößere Teil besteht aus Rind- und Kalbfleisch. Hierbei sehen die Zahlen für Vorarlberg rosiger aus, immerhin bei 60 Prozent liegt der Selbstversorgungsgrad. In der Vergangenheit lag dieser allerdings schon bei bis zu 75 Prozent. Eine Zahl, die man laut Gohm in Zukunft wieder erreichen will.

Chancen durch Schaf- und Ziegenzucht

Erfolgsversprechend sind Schaf- und Ziegenzucht. Hierbei liegt der Selbstversorgungsgrad bei 100 Prozent. Zwar handelt es sich bei Schafs- und Ziegenfleisch um Nischenprodukte, laut Manuel Gohm könne die Produktion jedoch gesteigert werden, zumal dieser Bereich für Landwirte auch wirtschaftlich interessant sei.

Abseits des Fleisches ist Vorarlberg ein Milchland. Dennoch ist nur etwa die Hälfte der konsumierten Tiermilch aus dem Ländle. Ein großer Teil der Milch geht jedoch in die Käseproduktion. Hier liegt der Selbstversorgungsgrad bei 162 Prozent, der Überschuss wird exportiert. Eine Unterversorgung herrscht hingegen bei pflanzlichen Produkten, etwa Getreide (ein Prozent) oder Kartoffeln (sechs Prozent).

Hier geht es zum ausführlichen Artikel der Vorarlberger Nachrichten!

(Red.)

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