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Das Internet als Liebesbote

Thomas Hassler und Ute Hoffmann in Daniel Glattauers "Gut gegen Nordwind".
Thomas Hassler und Ute Hoffmann in Daniel Glattauers "Gut gegen Nordwind". ©Veranstalter: taff/TaK

Im TaK präsentierte die “taff-theaterproduktion” den dramatisierten Glattauer-Erfolg.

Schaan. Vor allem die Leserinnen wissen es schon längst – dem 1960 geborenen Wiener Journalisten und Autor Daniel Glattauer gelang mit seinem 2006 veröffentlichten Roman “Gut gegen Nordwind” ein absoluter Bestseller. Die Liebesstory in E-Mails zwischen Emma/Emmi Rothner und Leo Leike berührte, ergriff, bezaubert stets aufs Neue ein Millionenpublikum, vor allem weiblichen Geschlechts; denn Glattauer gelingt mit einem an Stefan Zweig grenzenden psychologischen Einfühlungsvermögen, vor allem das Psychogramm Emmis mit ihren Hochs und Tiefs punktgenau zu zeichnen.
Und eine Dramatisierung der ungewöhnlichen E-Mail-Story ließ nicht lange auf sich warten – die Autorin, Übersetzerin und Theaterdramaturgin in Wien, Ulrike Zemme, verfasste die hochdeutsche Bühnenversion von Glattauers “Gut gegen Nordwind”, die bejubelt (Schweizer “taff-theaterproduktion”) im TaK zu Gast war.

Alltags-Story?

Ein falscher Buchstabe ist schuld, dass Emmi Rothners E-Mails bei einem gewissen Leo Leike landen. Er antwortet, sie antwortet wieder, man mailt weiter, kommt sich freundschaftlich näher und merkt schließlich, dass man fast sehnsüchtig das jeweilige Mail-Echo erwartet. Leo und Emmi haben sich verliebt, ohne sich näher zu kennen oder jemals gesehen zu haben… Doch beide sind gebunden, Emmi ist verheiratet, und Leo kommt von seiner Marlene nicht los. Man ahnt, es gibt kein Happyend. Doch einen wunderschönen Theaterabend mit den dramatisch aufbereiteten Glattauer-Dialogen, die ebenso realistisch wie romantisch sein können, ebenso traurig wie ironisch-heiter, aber immer menschlich-packend.

Beeindruckendes Duo

Zwei wunderbare Schauspielerpersönlichkeiten trugen dieses textreiche Zweipersonenstück – “taff”-Chefin Ute Hoffmann, die in der Region und auch in Vorarlberg sehr bekannte Schauspielerin, und Thomas Hassler, der vielseitige Liechtensteiner Charaktermime. Die Regisseurin Romy Forlin präsentiert den umfangreichen Mail-Dialog sehr zügig, unterstützt durch Video-Einblendungen und einen sanften Klangteppich. Ute Hoffmann, als ebenso temperamentvolle wie sich auch immer wieder in stillen Sehnsuchtsträumen verzehrende Emmi Rothner spielte ungemein lebensecht – eine Frau aus Fleisch und Blut, mit viel Herz, aber emotionell ziemlich verwirrt durch die neue Erfahrung dieser “virtuellen Liebe”. Thomas Hassler, vom Typ her eher bedächtig und introvertiert, war für Ute/Emmi deshalb der genau richtige Partner; bisweilen sogar berührend in seiner Hilflosigkeit dem amourösen Mail-Geplänkel gegenüber… Hoffmann wie Hassler ergänzten sich im Kontrast jedenfalls herrlich und schufen einen Theaterabend voll pulsierendem Leben – trotz nur (!) virtueller Liebe…

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