Das Finale: Konfrontation der Spitzenkandidaten zur BP-Wahl

Das finale Duell: VdB gegen Hofer.
Das finale Duell: VdB gegen Hofer. ©APA
Wer wird in die Hofburg einziehen? Die Entscheidung fällt zwischen Alexander Van der Bellen (72) und Norbert Hofer (44). Neun Tage vor der Stichwahl kam es zum einzigen Schlagabtausch außerhalb Wiens. Die Konfrontation der Spitzenkandidaten in der Stadthalle Graz wurde von VOL.AT live übertragen.
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In der rechten Ecke, unter dem blauen Lichtkegel: Norbert Hofer! In der linken Ecke, von grünen Scheinwerfern angestrahlt: Alexander Van der Bellen! Schon die Aufmachung des Bundespräsidentschaftskandidaten-Duells der Vorarlberger Nachrichten mit den vier weiteren Bundesländertageszeitungen und der Zeitung „die Presse“ lässt erahnen, was die 700 Zuschauer in der Grazer Stadthalle an diesem Freitagabend zu erwarten haben: ein heftiges Duell. Die Schläge unter die Gürtellinie bleiben zwar aus, die Kandidaten für die Stichwahl am 22. Mai schenken sich aber nichts.

Die Regeln: Drei Runden sind geplant, jeweils zwei Journalisten befragen Van der Bellen und Hofer zu den Themen Heimat, Außenpolitik und Innenpolitik. Das Format lässt zu, dass die Kandidaten ausführlich antworten können, was der Debatte gut tut und Inhalt bringt.

Runde eins: Heimat

Für Hofer steht fest: „Ich frage mich, wie für einen Österreicher etwas anderes die Heimat sein kann als Österreich.“ Van der Bellen entgegnet: „Heimat kann man wegnehmen und kann man schenken. Mir, als Flüchtlingskind, wurde die Heimat in Tirol geschenkt.“ Als Beweis gibt er ein paar Sätze im Kaunertaler Dialekt zum Besten. Hofer ärgert sich, dass die Grünen den Begriff „Heimat“ für sich entdeckt haben. Das Wortgefecht wird intensiver. Hofer: „Van der Bellen hat einmal gesagt, er will das Bundesheer abschaffen. Jetzt will er Oberbefehlshaber werden.“ Van der Bellen wiederum fragt Hofer, ob er mit Unterstützern auf Facebook übereinstimme, die fordern, alle Flüchtlingshelfer auszuweisen. Und schon ist die erste Runde vorbei.

Runde zwei: Außenpolitik

„Wenn der blaue Parteichef Heinz-Christian Strache sich wie ein Elefant im Prozellanladen aufführt, den italienischen Ministerpräsidenten als Schlepper bezeichnet und die Tiroler Wiedervereinigung fordert, dann wundern Sie sich nicht, wenn auch Sie ein entsprechendes Gesicht nach außen transportieren“, schleudert Van der Bellen in Richtung Hofer. Dieser bleibt gleich beim Thema Südtirol. Eine Abstimmung über eine mögliche Wiedervereinigung will er nicht erzwingen, hier liege der Ball bei Rom, aber: „Doppelstaatsbürgerschaften halte ich für den richtigen Weg.“ Da widerspricht der Rivale erst gar nicht. Auch er habe nichts gegen Doppelstaatsbürgerschaften. „Aber die Grenzziehung zu Italien darf nicht in Frage gestellt werden. Dass so etwas überhaupt aufgebracht wird, ist mir schleierhaft.“

Stichwort: Das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen EU und USA. „So wie der Vertrag derzeit aussieht, unterschreibe ich ihn nicht“, antwortet Van der Bellen auf die Frage, ob er sich damit anfreunden könnte, wenn die privaten Schiedsgerichte herausgestrichen würden. Hofer will das Volk darüber abstimmen lassen, egal wie der Text aussieht. Überhaupt sei Van der Bellen gar nicht klar gegen das Abkommen. Konter des Wirtschaftsprofessors: Wer grundsätzlich gegen Freihandel sei, verstehe von Wirtschaft rein gar nichts.

Runde drei: Innenpolitik

Im Ring stehen ein blauer Kandidat und ein unabhängig-grüner Kandidat. Erstes Thema sind allerdings die Roten. Beide Kandidaten haben sich noch kein klares Bild des neuen Bundeskanzlers Christian Kern machen können, hoffen aber, dass mit seiner Benennung ein neuer Regierungsstil einhergeht. Die Frage nach möglichen Ministern öffnet die Tür für die „Wen würden Sie angeloben“-Debatte. Norbert Hofer ist sich bei Sonja Wehsely nicht sicher: „Da wäre ich schon sehr vorsichtig.“ Ihre Verantwortung als Wiener Stadträtin im Zusammenhang mit der Causa um die islamischen Kindergärten sei noch zu klären.

Das Fazit nach drei Runden im Grazer Ring: Weder Alexander Van der Bellen noch Norbert Hofer haben eine ­K.O.-Niederlage eingesteckt. Es wird ein Sieg nach Punkten. Für wen? Das wird der 22. Mai zeigen. (VN/Prock)

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