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Das "Bestiarium" skrupelloser Manager

René Schnoz und Nikolaus Schmid in der unsympathischen "Business Class" Martin Suters.
René Schnoz und Nikolaus Schmid in der unsympathischen "Business Class" Martin Suters. ©Veranstalter/TAK

Martin Suters entlarvende Abrechnung mit den moralischen Schwächen der “Business Class”.

Schaan. Martin Suter, der 1948 in Zürich geborene Schriftsteller, ist der wohl prominenteste Schweizer Gegenwartsautor. Seine Romane wie etwa “Small World” oder “Die dunkle Seite des Mondes” sind Bestseller. Suters Vielseitigkeit wird auch durch seine genialen Werbetexte, Filmdrehbücher, sein Libretto für ein Musical von Stephan Eicher, durch Komödien etc. bestätigt. Am populärsten wurde Martin Suter aber zweifellos durch seine wöchentlichen satirischen Kolumnen, die von 1992 bis 2004 unter dem Titel “Business Class” in der “Weltwoche” erschienen, bis 2007 gab es die Kolumnen dann im “Magazin” des “Tages-Anzeigers”.
Nun, die ätzenden “Business Class”- Kolumnen sind bisher auch in vier Büchern verewigt. Highlights aus “Business Class” hat Suter in einem fulminanten Zweipersonenstück als Schauspiel aneinandergereiht, das mit den flexiblen Schweizer Schauspielern René Schnoz und Nikolaus Schmid unter der Regie von Georg Scharegg im TAK zu Gast war.

Bissig, witzig

Das “Bestiarium manageriensis”, der nicht sehr freundliche Suter-Ausdruck für die “Manager-Bestien”, begann schon im Foyer des TAK unter den wartenden Besuchern. Die zwei Protagonisten kommen wegen einer Streitfrage brüllend in Rage. Und es geht in sprachlich brillant geführten, meist aggressiven, dann wieder witzig-pointenreichen Duellen auf der TAK-Bühne rasant weiter. Die Themen sind, schon vor und erst nach der großen weltweiten Finanzkrise, aktueller denn je. Ein paar Stichworte – die Wirtschaftselite und deren oft zu Recht existierendes Zerrbild; da wimmelte es von größenwahnsinnigem Narzissmus, Statusängsten, gierigen Platzhirschkämpfen; Lügen, kalter Ausbeutung, Profilierungszwängen, eiskaltem Profitdenken und Kapitalismus, geldgieriger Hetze, Menschlichkeitsverlust und egoistischer Kaltschnäuzigkeit…
Und wenn etwa als Beispiel aus diesem Milieu der potente Manager Vinzenz immer “gleich alt” bleibt, seine Gattin Magda aber immer “älter” wird, dann nennt man deren eheliche “Entsorgung” und die Anschaffung der jungen Freundin Gwen in besagten Kreisen einfach “Projekttrennung” … René Schnoz und Nikolaus Schmid machten den oft bitterbösen Suter-Abend durch ihre enorme Bühnenpräsenz in Wort und Spiel zur galligen Realsatire erster Güte.

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