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Das alte Hatlerdorf wird wieder lebendig

Helmut Fußenegger interessiert sich für das historische Hatlerdorf. Im Besonderen für die Kirchengeschichte.
Helmut Fußenegger interessiert sich für das historische Hatlerdorf. Im Besonderen für die Kirchengeschichte. ©edithhaemmerle
Menschen aus der Heimat: Helmut Fußenegger: (75) 150 Jahre St. Leopold, 120 Jahre Pfarre. Helmut Fußenegger dreht die Zeit zurück. 
Das alte Hatlerdorf wird wieder lebendig

Dornbirn (EH) Das Holzkreuz und der Hatler Brunnen stehen heute noch als Erinnerung an 150 Jahre Kirchengeschichte, die im Jubiläumsjahr im Mittelpunkt steht. Jemand, der sich schon lange intensiv mit dem früheren Hatlerdorf befasst, ist Helmut Fußenegger. Sein Interesse für Kultur und Geschichte ging neben seinem Beruf als Stadtbeamter einher, wobei er in den letzten Jahren im Kulturreferat tätig war. Daneben ließ der vierfache Familienvater seine Kenntnisse in der Dornbirner Seniorenzeitschrift „Stubat“ einfließen. Sein Augenmerk gilt nach wie vor auch derAhnenforschung. Wie mit seinem Heimatort ist er auch mit der Kirche eng verbunden. Seit vielen Jahren bringt er sich innerhalb der Pfarre mit verschiedenen Diensten ein. So war ihm das Stöbern in der Chronik eine angenehme Beschäftigung, wie er selbst sagt und auch ein Anliegen, im Jubiläumsjahr das Rad der Zeit zurückzudrehen.

Bau einer Kapelle

Es sei allseits bekannt, dass die Eigenwilligkeit im Blut der Hatler fließt, schmunzelt Fußenegger und deutet auf den illegalen Bau der Kapelle im Jahr 1870 hin. Damals gab es rund 100 Haushalte, die um den Brunnen angesiedelt waren. Das Miteinander war immer schon wichtig und der Wunsch nach Eigenständigkeit so groß, dass die Hatler den Bau ihrer Kapelle aus eigener Tasche bezahlt haben. Auch für die Anstellung eines Kaplans war keine fremde Hilfe nötig. Die Bezahlung des Unterhalts für den Kirchenmann war für die Hatler ebenso selbstverständlich. Dem nicht genug“, führt Fußenegger weiter aus, „sie haben drei Jahre später den kompletten Rohbau eines Kaplanhauses hingestellt, und dieses Unterfangen wieder aus eigener Tasche bezahlt.“ Doch etwas Wichtiges hätten die Männer damals beim Bau nicht berücksichtigt, nämlich das „gewisse Örtchen“, das eben auch ein Kaplan brauche, lacht Fußenegger und erwähnt den nachträglichen Einbau, der im Stadel des Nachbarn erfolgte. Geschichtliche Informationen, von DI Franz Kalb erforscht und zusammengefasst, habe er aus den Dornbirner Schriften entnommen: Als 1846 die Kapelle zur Außenstelle von St. Martin erklärt wurde, waren die Hatler endlich von den Kosten befreit. Das Gebiet vergrößerte sich, die Kapelle war bald zu klein. Gedanken über einen Kirchenbau waren die Folge.

Standort der Kirche

Die Ur-Hatler stellten sich den Standort der Kirche in der Nähe des Brunnens vor. Damals wollte man die Mühlebacher und Hinterachmühler nicht miteinbeziehen. Doch die politische Gemeinde Dornbirn entschied anders. Der Standort wurde von GR Josef Diem ausgewählt, lag er doch genau in der Mitte des heutigen Stadtbezirks. Der Kirchenbau erfolgte von 1860 bis 1866 nach den Plänen von Hofbauinspektor Eduard von Riedel, der auch am Bau von Schloss Neuschwanstein mitwirkte. Die Kosten des Rohbaus übernahm die politische Gemeinde, die Ausstattung das Gebiet Hatlerdorf. Die Kirche war lange als öd und kalt verschrien. Erst durch die Ausmalung nach dem Konzept vom damaligen Expositus, Ferdinand Gierer, hat diese eine große Aufwertung erfahren. Die Bestrebungen eine eigene Pfarrei zu gründen, wurde 1896 realisiert. Noch etwas sei erwähnenswert, meint Fußenegger: „Der Hatler Kirchturm war mit 72 Metern lange Zeit der höchste des Landes, bis die Höchster Kirche gebaut wurde.“

Soziales Handeln

Am 15. 11. 1866, am Patrozinium, führte eine Prozession vom Kreuz am Brunnen mit dem Allerheiligsten in die Kirche. Aus diesem Anlass findet am 15. November, 150 später, ein Lichterweg vom Brunnen bis zur Kirche, statt. Einen Überraschungseffekt soll es dann beim Glockenläuten geben. Nachdem Markgraf Leopold III. der Schutzpatron der Kirche ist, und dieser nicht zuletzt dafür heiliggesprochen wurde, sich für die Armen und Hilfsbedürftigen einzusetzen, will die Pfarre im Sinne des Namensgebers gerade anlässlich der Festlichkeiten dieses soziale Handeln zeigen. „Die Kirche soll nicht nur aus Stein bestehen, sondern vielmehr aus einer lebendigen Gemeinschaft“, weist Fußenegger auch auf das bevorstehende Patrozinium am 20. November hin, das „mitanand groß g’fierad würd.“

Zur Person
Name: Helmut Fußenegger
geb. 18. 1. 1941 in Dornbirn
WO Dornbirn-Hatlerdorf
Familie: verheiratet mit Elisabeth, 4 Kinder, 3 Enkel
Beruf: Stadtbeamter
Hobbys: Interesse an Kultur und Geschichte, Garten
Lebensmotto: „Optimist sein“

Aktivitäten und Festlichkeiten im Jubiläumsjahr:

Donnerstag, 3. November, 20 Uhr:
Historischer Abend – eine Zeitreise durch das alte Hatlerdorf mit Bildern, Liedern und Texten.

Dienstag, 15. November, 19 Uhr:
Lichterweg: Prozession vom Hatler Brunnen zur Kirche – wie vor 150 Jahren.

Freitag, 18. November, 17 Uhr:
Kirchenführung: Über die Architektur und Ausmalung der Hatler Kirche mit DI Anton Ulmer.

Samstag, 19. November, 18.30 Uhr:
Vorabendmesse zum Patrozinium mit Pater Dr. Andreas Batlogg SJ, musikalisch gestaltet durch die „Hatler Musig“.
19.30 Uhr: Leopoldi Jubiläumsabend: Festlich-heiterer Abend mit Grußworten von Generalvikar Rudolf Bischof und Frau Bürgermeister Andrea Kaufmann (um Platzreservierung wird gebeten)

Sonntag, 20. November, 10 Uhr:
Festgottesdienst zum Patrozinium mit Pater Dr. Andreas Batlogg SJ, der Kirchenchor singt die Spatzenmesse (KV 220) von W. A. Mozart.

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