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Das Abschiedsgeschenk von Tierarzt Erik Schmid

Erik Schmid: "Es wurde politisch ausgeschlachtet"
Erik Schmid: "Es wurde politisch ausgeschlachtet" ©VOL.AT
Bregenz - Ex-Landesveterinär und Tierschutzombudsmann rechnet in Tätigkeitsbericht ab.
Schmid legt Ämter zurück
Schmid unter Beschuss
Schmid mit Vorwürfen konfrontiert
Verfahren gegen Schmid eingestellt

Schweineskandal, Landwirtschaft, Tierheim und die Rolle von SPÖ und FPÖ: In einem Landhaus- internen Bericht schildert Veterinär Erik Schmid nun erstmals seine Sicht der Dinge. Der streitbare frühere Landesveterinär und Tierschutzombudsmann in Personalunion war ja Ende März nach einem langen Streit degradiert worden. Schmid hat seither keine Führungsfunktion mehr, ist nur noch Mitarbeiter in der Veterinärabteilung.

Schmids Doppelfunktion

In besagtem Bericht, der den VN vorliegt, rechnet er nun mit seinen Kritikern ab. Eine zentrale Rolle misst Schmid (55) dabei seiner Ernennung zum Tierschutzombudsmann zu. Diese habe von Anfang an Kritik hervorgerufen; obwohl eine mögliche Unvereinbarkeit vom Verfassungsdienst´verneint worden sei. Und doch war die Doppelrolle laut Schmid „nicht haltbar bzw. zunehmend konfliktträchtig“. Innerhalb der (Amts-) Tierärzteschaft etwa sei es zu Konflikten gekommen, „die von einem Kollegen mit massiven und persönlichen Angriffen in die Öffentlichkeit getragen wurden“. Und: „Die Positionierung als Interessenvertreter des Tierschutzes hat zu unvermeidbaren Konflikten mit anderen Interessengruppen geführt.“

Der Schweineskandal

Etwa beim Schweineskandal, dessen Aufdeckung durch den „Verein gegen Tierfabriken“ Schmid das „eskalationsauslösende Moment“ nennt. Er schreibt: „Die fachlich unbestreitbare Argumentation gegen den Kastenstand bei Zuchtsauen hat bei Vertretern der Landwirtschaft nicht nur zu Unverständnis, sondern letztlich persönlichen Vorwürfen geführt.“ Er lehne die Position von Tierrechts- Organisationen, generell gegen Tiernutzung zu sein, ab – ebenso wie den Einbruch der Tierschützer in die Ställe. Allerdings habe er die gesetzliche Regelung der Mindestnormen bei der betäubungslosen Kastration und beim Spaltenboden öff entlich hinterfragen müssen – in seiner Rolle als Tierschutzombudsmann. Auf einer öffentlichen Diskussion wurde Schmid dann „unterstellt“, er hätte die Adressen der betreffenden Betriebe dem „Verein gegen Tierfabriken“ zugespielt – für den Götzner eine „haltlose Unterstellung“. Und weiter: „Während die Kritik seitens der intensiven Landwirtschaft zum Teil nachvollziehbar ist, so sind die massiven, persönlichen Übergriffe der Geschäftsführerin des Tierheims Dornbirn unerklärlich und schwer nachvollziehbar.“ Seine gerechtfertigte Einforderung klarer Regeln bezüglich der Tierhaltung und den Abläufen im Tierheim sei nicht auf fruchtbaren Boden gestoßen. Mögliche, fachlich anerkannte Strategien für Tierheime seien von der Leitung des Tierheims „als unstatthafte Kritik empfunden und mit dem öffentlichen Aufruf zur Absetzung des Tierschutzombudsmanns und Landesveterinärs geahndet“ worden. Schmid nimmt auch die Politik ins Visier: „Die SPÖ und die FPÖ haben die Themen aufgenommen und mit parlamentarischen Anfragen sowie einem RH-Prüfauftrag politisch ausgeschlachtet.“

„Rufschädigung“

Die dadurch eingetretene „Rufschädigung und persönliche Verunglimpfung“ habe seine Motivation für eine weitere Tätigkeit als Tierschutzombudsmann nicht mehr aufwiegen können. Im Übrigen sei auch der gesamten Tierschutzarbeit Schaden entstanden. Schmid übt also Kritik, geht in seinem Bericht allerdings nicht auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe ein. Unter anderem hatte ja die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Körperverletzung ermittelt, das Verfahren aber eingestellt. Auch zum vom Landesrechnungshof gerügten Projekt „Tierleben“ nimmt Schmid nicht Stellung. Sein Bericht aber wird in Politik und Landwirtschaft mit Sicherheit wieder zu Debatten führen.

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