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Darfur: Jeden Tag stirbt 1 von 10.000 Flüchtlingen

Die Sterberaten der Flüchtlinge in der Krisenregion Darfur sind zehnmal so hoch wie im Rest des Sudans. Das ergab eine neue Studie der WHO und des sudanesischen Gesundheitsministeriums in Nord- und West-Darfur.

Laut UNICEF sterben in Nord-Darfur täglich 1,4 Menschen von 10.000 Bewohnern, in West-Darfur 2,9. Damit liegt die Sterberate in der Region weit über jenem kritischen Punkt ab dem Hilfsorganisationen von einer humanitären Krise sprechen (ein Toter täglich auf 10.000 Menschen).

Tausende Kinder sterben laut UNICEF jeden Monat an Krankheiten, die leicht vermeidbar oder leicht behandelbar wären. 75 Prozent aller Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren stünden in Zusammenhang mit schweren Durchfallerkrankungen. Die weiteren Todesursachen seien Fieber, Lungenentzündung und Verletzungen. Die Kinder in Darfur seien dabei vielfachen, oft tödlichen, Bedrohungen ausgesetzt. Die Flüchtlingslager seien extrem überfüllt und es gebe kaum sauberes Trinkwasser. Bedingt durch die momentane Regenzeit vermische sich der Schlamm mit menschlichen Exkrementen und sorge für katastrophale hygienische Bedingungen. Viele Familien würden in winzigen Hütten leben, die nur mit Plastikplanen zugedeckt sind und wenig Schutz vor Wind und Regen bieten.

Eine Delegation der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) zur Untersuchung der Lage in der westsudanesischen Krisenregion Darfur ist am Dienstag in Khartum eingetroffen. Nach Gesprächen mit Mitgliedern der sudanesischen Führung will die von ai-Generalsekretärin Irene Khan geleitete Gruppe am Mittwoch von der Hauptstadt aus nach Darfur weiterreisen.

Ein Teil der Delegation will die Ortschaften Jeneina im Westen und Fasher im Norden Darfurs besuchen, ein anderer Teil die im Süden gelegene Stadt Nyala. Dort sind Gespräche mit Flüchtlingen sowie mit Vertretern von regierungsunabhängigen Organisationen vorgesehen.

Seit Beginn des Konflikts zwischen Rebellenorganisationen in Darfur im Februar 2003 wurden UNO-Schätzungen zufolge zwischen 30.000 und 50.000 Menschen getötet. Mehr als 1,2 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung in Khartum vor, in dem Konflikt die Übergriffe der arabischen Janjaweed-Milizen auf die schwarzafrikanische Bevölkerung zu dulden, wenn nicht sogar zu unterstützen.

Khartum hat den von der US-Regierung erhobenen Vorwurf des Völkermords in Darfur zurückgewiesen. Der UNO-Sicherheitsrat will am Freitag erneut über einen Resolutionsentwurf der USA diskutieren, der erstmals konkrete Strafmaßnahmen gegen die sudanesische Regierung erwähnt. Die ständigen Sicherheitsratsmitglieder Russland und China, aber auch Pakistan und Algerien lehnen ein in dem Entwurf vorgesehenes Embargo gegen die sudanesische Ölindustrie ab. Auch die EU-Außenminister drohten Khartum am Montag in Brüssel mit Sanktionen.

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