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„Dann bin ich ganz nah‘ beim Herrgott“

Theresa Dzialek schmückt regelmäßig die Klosterkirche in Dornbirn.
Theresa Dzialek schmückt regelmäßig die Klosterkirche in Dornbirn. ©Edith Hämmerle
Menschen aus der Heimat: Theresa Dzialek schmückt die Klosterkirche in Dornbirn. Sie verrät auch ihren großen Traum.
Theresa Dzialek

Dornbirn. „Wenn ich die Kirche schmücke, dann bin ich ganz nah‘ beim Herrgott“, bekennt Theresa Dzialek. Sie liebt Blumen und auch die alte St.-Josefs-Kirche vom Kloster an der Marktstraße. Die Nähe und den Bezug dazu habe sie schon lange davor über das Singen bekommen. Einmal im Monat findet in der Klosterkirche eine polnische Messe statt. Nachdem Theresa aus Polen stammt, bereichert sie gesanglich diese Sonntagsmesse, zum Teil mit polnischen Liedern. Die kreative Tätigkeit hat sie von Edith Öhler übernommen, die das Kloster fast 25 Jahre lang geschmückt hat. Nicht nur das. Während der langen Zeit hat Frau Öhler den Blumenschmuck zugunsten des Klosters aus eigener Tasche bezahlt. Als ihr die Arbeit aus Altersgründen zu beschwerlich wurde, stellte sie die Patres vor eine große Lücke in der Kette der ehrenamtlichen Tätigkeiten. Doch die Gebete sind durch die dicken Mauern gedrungen und zur Freude der Franziskaner ganz oben angekommen. Theresa Dzialek hat diese Lücke vor einem Jahr ohne lange zu überlegen geschlossen. Dafür scheut sie den Weg zweimal wöchentlich von Gaißau nach Dornbirn nicht, um das Gotteshaus mit Blumen und Pflanzen zu verschönern und sich darum zu kümmern. Der Blumenschmuck wird auf die Jahreszeit abgestimmt. Nach dem winterlichen Schmuck soll der Frühling Einzug halten. Im Mittelgang, vor dem Altar, fertigt Theresa ein Gesteck aus Trockenblumen und Weidenästchen. Seitlich schmückt sie den Raum, indem sich die große Mutter-Gottes-Statue befindet, mit bunten Gerbera, dazwischen steckt sie grünblühende Pflanzen, daneben kommen orangefarbene Lilien in einen Topf.

Ihr großer Traum

Blumenbinden, Singen und Tortenbacken füllen ihre Freizeit. „Ich bin durch und durch ein kreativer Mensch“, merkt Theresa an und erwähnt auch ihre Ausbildung zur Konditorin, die sie in ihrer ursprünglichen Heimat mit Erfolg abgeschlossen hat. Und bald strahlt sie über das ganze Gesicht. Sie verrät ihren großen Traum von einem eigenen Kaffeehaus, in dem sie dann ihre Kuchen und Torten anbieten würde. Sie sei auf der Suche nach einem kleinen Lokal, einer Kaffeestube, wo sich Gäste wohl fühlen können. Sie will den Traum weiterträumen. Man soll die Hoffnung nie aufgeben. Das habe sie im Leben gelernt. Etwas Grundlegendes hat sie sich bereits in jungen Jahren verschrieben: „Steh immer wieder auf, wenn du fällst.“ Es war schwer, als sie in Polen alles zurückgelassen haben, um hier wieder bei null ganz neu anzufangen. Die wirtschaftliche Lage in Polen biete für junge Familien wenig Möglichkeiten sich etwas aufzubauen. „Der Neustart war trotzdem eine Herausforderung, für meinen Mann wie auch für die Kinder“.

Es kommt alles zurück

„So haben wir vor sieben Jahren den Schritt gewagt. Und wir haben es nicht bereut“. Die Freude darüber und auch ein bisschen Stolz sind in Theresa’s Gesicht erkennbar. Vorarlberg gefällt ihr. Land und Leute hat sie aber bereits vor ihrem Entschluss, für immer hierher zu kommen, kennengelernt. Als saisonale Arbeitskraft, teilweise in der Gastronomie oder auch in Gärtnereien, habe sie sich die nötigen Sprachkenntnisse erworben. „Doch ohne die Hilfe von guten Freunden hätten wir keine Chance gehabt“, zeigt sie sich heute noch dankbar. „Durch deren Hilfe konnten wir ein altes Haus in Gaißau in Miete erwerben. Mein Mann ist ständig am Renovieren“, erzählt sie weiter. „Es wird an allen Ecken geflickt und ausgebessert. Doch wir haben es geschafft, das ist das Wichtigste.“ Vielleicht gerade deshalb, aus Dankbarkeit, will sie mit dem Kirchenschmücken dem Herrgott etwas zurückgeben. Als gläubige Christin ist die 53-Jährige davon überzeugt, dass alles, was wir an Gutem in diese Welt hinaustragen, auf irgendeine Weise wieder zu uns zurückkehren wird.

Zur Person:
Theresa Dzialek
geb.: 27. 7. 1964 in Polen
Wohnort: Gaißau
Familie: verheiratet, 2 Kinder, 3 Enkelkinder
Beruf: Konditorin
Hobbys: Musik, Singen, Bergwandern, Torten backen
Lebensmotto: „Steh‘ immer wieder auf, wenn du fällst“

 

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