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Dänen im Irak beschossen

Im Süden des Irak ist eine dänische Armeepatrouille beschossen worden, ein Zusammenhang mit den Protesten gegen die Mohammed-Karikaturen besteht nach Armeeangaben nicht.

Die Soldaten wurden nach Armeeangaben vom Montag am Sonntag südlich der Stadt El Kurnah angegriffen, als sie irakischen Kindern erste Hilfe leisteten, die bei einem Verkehrsunfall verletzt wurden. Die Soldaten hätten daraufhin Warnschüsse in die Luft abgegeben und sich zurückgezogen. Einige der verletzten Kinder wurden in ein nahe gelegenes Krankenhaus gebracht.

Er gehe davon aus, dass der Vorfall nicht mit den weltweiten Protesten von Moslems gegen die Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in Zusammenhang stehe, sagte ein ranghoher Armeevertreter am Montag in Kopenhagen. Wie schon häufiger habe sich die Wut der irakischen Bevölkerung angesichts eines Verkehrsunfalls gegen Ausländer gerichtet, „in diesem Fall waren es eben Dänen“, betonte er. In der irakischen Stadt Kuts hatten am Montag rund 2000 Menschen eine Fatwa gegen die dänischen Zeichner der Karikaturen gefordert, die deren Ermordung erlauben würde.

Verteidigungsminister Sören Gade betonte im dänischen Fernsehen, Dänemark werde sein Truppenkontingent vorerst nicht aus dem Irak zurückziehen. Allerdings seien die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden. Künftig sollten weniger Patrouillen gefahren und mehr gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt werden. Dänische Armeevertreter hätten sich zudem bemüht, im Gespräch mit lokalen Vertretern zu erklären, dass weder die Armee noch die Regierung für die Veröffentlichung der umstrittenen Karikaturen verantwortlich seien. Im Irak sind 530 dänische Soldaten unter britischem Kommando stationiert.

Im Süden des Irak wachsen unterdessen die Spannungen zwischen den örtlichen Behörden und den britischen Besatzungstruppen: Der irakische Verkehrsminister Salam al Maliki kündigte am Montag die Schließung des internationalen Flughafens von Basra an. Zur Begründung erklärte er, es gebe Probleme mit den britischen Soldaten, die für die Sicherheit am Flughafen zuständig seien. Wegen der britischen Sicherheitsmaßnahmen könnten Mitarbeiter den Flughafen oft erst nach vier Stunden betreten. „Das ist ein vorsätzlicher Versuch, den Betrieb des Flughafens zu verzögern und ein Problem für das Ministerium zu schaffen.“

Der britische Militärsprecher Peter Cripps wies die Anschuldigungen zurück. Er erklärte, der Flughafen sei weiterhin geöffnet. Mitarbeiter des Grenzschutzes und der Zollbehörde seien zur Arbeit erschienen. Offenbar seien nur Angestellte der Fluggesellschaft Iraqi Airways in den Streik getreten. Cripps sagte weiter, irakische Truppen seien für den Hauptkontrollpunkt vor dem Eingang des Flughafens verantwortlich. In Basra sind mehr als 8.000 britische Soldaten stationiert.

In Bagdad entdeckte die Polizei am Montag die Leichen von zwei Brüdern, die laut ihrer Familie verschleppt worden waren. Die beiden Sunniten seien von Männern abgeholt worden, die sich als Kommandotruppen des Innenministeriums ausgegeben hätten, sagte ein Polizeisprecher. In Kirkuk erschossen Bewaffnete aus einem fahrenden Auto heraus einen Polizisten, ein weiterer wurde verletzt. Im Süden von Bagdad wurde ein pensionierter Lehrer getötet, sein Sohn erlitt Verletzungen. Ebenfalls in Bagdad erschossen Unbekannte einen Lebensmittelhändler. Im Gefängnis von Abu Ghraib wurde unterdessen der Tod eines Häftlings untersucht. Der Mann sei am 7. Jänner nach einem Schlaganfall gestorben, erklärte der amerikanische Militärsprecher Oberstleutnant Guy Rudisill. Er sei im September in Ramadi festgenommen worden. Die genaue Todesursache werden noch untersucht. In Abu Ghraib nahe Bagdad werden derzeit mehr als 12.000 Gefangene festgehalten.

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