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Dammstabilität am Alpenrhein erheblich verbessert

©VLK
Viktorsberg - Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein und die Internationale Rheinregulierung haben bei ihrer Sitzung zur Kenntnis genommen, dass die baulichen Maßnahmen zur luftseitigen Sanierung der Dämme des Alpenrheins zwischen der Illmündung und dem Bodensee abgeschlossen werden konnten.

“Eine erhebliche Verbesserung der Hochwassersicherheit auf diesem Abschnitt”, betont Landeshauptmann Herbert Sausgruber. Weitere Projekte zur Verbesserung der Sicherheit gegen Extremhochwasser im Alpenrheintal wurden in Auftrag gegeben.

Im Rahmen der Umsetzung des “Entwicklungskonzepts Alpenrhein” (EKA) haben IRKA und IRR ein neues Projekt zur Evaluation konkreter Maßnahmen gegen die Schwallproblematik am Alpenrhein in Auftrag gegeben. Mit dem gemeinsam verabschiedeten EKA haben IRKA und IRR die strategische Grundlage erarbeitet, um primär den Hochwasserschutz im Alpenrheintal zu gewährleisten, aber auch um das Ökosystem Alpenrhein zu verbessern, das Grundwasserreservoir im Rheintal zu schützen und die Nutzung vorhandener Energiepotenziale am Alpenrhein zu überlegen.

Untersuchungen an den Alpenrheindämmen zwischen Illmündung und Bodensee zeigten, dass sowohl luft-wie auch wasserseitig Maßnahmen zur Verbesserung der Dammstabilität erforderlich sind. Die IRR hat darum den Einbau einer 8 bis 16 Meter tiefen und zehn cm dicken Betonwand zur luftseitigen Dammsanierung in Angriff genommen und dieses Jahr abschließen können. Gleichzeitig wurden auch die Befahrbarkeit der Dammkronen wieder hergestellt und die Dammhöhen ausgeglichen, um die durchgehende Hochwassersicherheit für das Schutzziel 3.100 Kubikmeter pro Sekunde (m3/s) gewährleisten zu können. Die Baukosten für die luftseitige Dammsanierung belief sich auf rund 13 Millionen Euro und wurde über die IRR von der Schweiz und von Österreich zu gleichen Teilen finanziert.

In den kommenden Jahren geht die IRR die ebenfalls notwendige wasserseitige Böschungssanierung zwischen Illmündung und Bodensee an. Die Kosten dafür werden auf drei bis vier Millionen Euro geschätzt.In einem gemeinsamen Projekt haben das Fürstentum Liechtenstein und der Kanton St.Gallen auch die Stabilität der Rheindämme zwischen Sargans/Balzers und Sennwald/Ruggell untersuchen lassen. Die Resultate sind ermutigend, denn es hat sich gezeigt, dass die Dämme auf der gesamten Untersuchungsstrecke die schadlose Ableitung eines 100-jährigen Hochwassers gewährleisten. Um auch bei noch extremeren Hochwasserereignissen Sofortmaßnahmen an den Dämmen vornehmen zu können, hat das Fürstentum Liechtenstein beschlossen, die landseitige Dammerschliessung in Angriff zu nehmen. Auf Schweizer Seite sind die Dämme bereits ausreichend erschlossen.

In Übereinstimmung mit dem EKA sind im Verlauf der letzten Jahre bereits dies- und jenseits des Alpenrheins viele wichtige Maßnahmen zur Erhöhung der Hochwassersicherheit und zur Verbesserung des Ökosystems Alpenrhein von den beteiligten Ländern in Angriff genommen worden beziehungsweise bereits umgesetzt worden. Diese haben sich bei konkreten Hochwasserereignissen auch durchwegs gut bewährt. Trotzdem besteht für die Zukunft weiterhin Handlungsbedarf am Alpenrhein.

Darum haben IRKA und IRR im Rahmen der Umsetzung des EKA bereits zwei zentrale Projekte zur Verbesserung der Sicherheit gegen Extremhochwasser im Alpenrheintal in Auftrag gegeben: Im Projekt “Vertiefung Notentlastungskonzept” werden zur Zeit die nötigen wasserbautechnischen Abklärungen über mögliche Entlastungsstellen, zulässige bzw. mögliche Entlastungsmengen, vorhandene Rückhaltevolumen und benötigte Flächen für Retentionen und Ableitungen außerhalb der Rheindämme abgeklärt. Die Resultate werden Ende 2008 erwartet.

Im Projekt “Hochwasserschutz innerhalb der Dämme” werden in Modellversuchen an der ETH Zürich die technischen Möglichkeiten für eine Erhöhung der Abflusskapazität des Alpenrheins von heute 3.100 m3/s auf 4.300 m3/s sowie die Auswirkungen dieser Kapazitätserhöhung auf das Abflussregime evaluiert. Parallel dazu bemüht sich die IRR um die notwendige Anpassung der Staatsverträge zur Erhöhung des erwünschten Schutzziels.

Die bedarfsberechte Stromproduktion in den Speicherkraftwerken im Einzugsgebiet des Alpenrheins erzeugt im Alpenrhein gegenüber dem natürlichen Abfluss deutliche Veränderungen, die mit Sunk bzw. Schwall bezeichnet werden. Sie sind gewässerökologisch problematisch und beeinträchtigen die Gewässerlebewesen. Aus einem Dialog mit der Elektrizitätswirtschaft hat sich gezeigt, dass noch erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich ökologischer Anforderungen, aber auch bezüglich sinnvoller Maßnahmen und Standorten für Maßnahmen bestehen. Die Ermittlung robuster ökologischer Anforderungen für konkrete Maßnahmen gegen Sunk/Schwall am Alpenrhein soll darum in einem gemeinsamen Projekt der IRKA und des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) unter Mitwirkung der Elektrizitätswirtschaft angegangen werden.

Die Regierungen des Fürstentums Liechtenstein, des Landes Vorarlberg und der Kantone Graubünden und St.Gallen verfolgen im Rahmen der „Kooperationsvereinbarung Alpenrhein“ vom Dezember 1998 als übergeordnetes Ziel eine „sichere und nachhaltige Entwicklung zum gemeinsamen Nutzen des Alpenrheingebietes, insbesondere die Optimierung der Hochwassersicherheit, die sparsame und umweltverträgliche Nutzung von Raum und Ressourcen und die Erhaltung und Mehrung der Naturwerte.“

Mitglieder der IRKA sind Regierungsrat Willi Haag (St.Gallen, Vorsitzender), Landeshauptmann Herbert Sausgruber (Vorarlberg), Regierungsrat Hugo Quaderer (Fürstentum Liechtenstein) und Regierungsrat Stefan Engler (Kanton Graubünden). Seitens der IRR nehmen der Vertreter der Republik Österreich, Heinz Stiefelmeyer und der Vertreter der Schweiz, Andreas Götz an den IRKA-Sitzungen teil.

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