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Dalai Lama will über Nachfolge entscheiden lassen

Der Dalai Lama hat am Dienstag ein Referendum über seine Nachfolge angekündigt. Er erklärte vor Journalisten in Indien, die Menschen sollten darüber entscheiden, ob nach seinem Tod möglicherweise ein neues Führungssystem gebracht werde.

„Wenn die Menschen glauben, dass die Institution des Dalai Lama noch notwendig ist, wird sie weitergehen“, sagte er. China kritisierte die Ankündigung.

„Wenn meine körperliche Kondition schwach wird, sollten ernsthafte Vorbereitungen für ein Referendum getroffen werden“, erklärte der Dalai Lama in Amritsar im Norden Indiens. Abstimmen sollten alle traditionellen Buddhisten im tibetischen Hochland und in der Mongolei. Seit Jahrhunderten ist Tradition, dass tibetanische Mönche nach dem Tod des Dalai Lama nach seinem wiedergeborenen Nachfolger suchen. China kündigte jedoch im August an, dass alle Ernennungen zum Lama künftig von Peking genehmigt werden müssten. Im Tibet war daraufhin befürchtet worden, die kommunistische Regierung könnte nach dem Tod des amtierenden Dalai Lama einen Nachfolger bestimmen.

China verurteilte in einer Stellungnahme die Ankündigung des 72 Jahre alten Dalai Lama. Dieser widerspreche damit religiösen Bräuchen und historischen Gewohnheiten, erklärte das Außenministerium.

Der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, ist das geistliche Oberhaupt der buddhistischen Tibeter und die Galionsfigur ihres Kampfes gegen die „Sinisierung“ der Provinz. Er floh im März 1959, nach der blutigen Niederschlagung einer Volkserhebung gegen die chinesischen Besatzungstruppen mit 100.000 Landsleuten nach Indien, wo er noch heute im Exil lebt. Mittlerweile propagiert er nicht mehr die Unabhängigkeit Tibets, sondern nur seine Autonomie innerhalb von China. Die Region war im Jahr 1950 von der chinesischen kommunistischen „Volksbefreiungsarmee“ eingenommen worden.

Im September und Oktober hatten Treffen des Dalai Lama mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S), der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident George W. Bush zu einer deutlichen Verstimmung zwischen diesen Staaten und China geführt, das in dem Friedensnobelpreisträger einen gefährlichen Sezessionisten sieht.

Papst Benedikt XVI. dagegen hat einen für 13. Dezember geplanten Empfang des Dalai Lama im Vatikan platzen lassen. Der Schritt dürfte aus Rücksicht auf die Situation der in der Volksrepublik China als „subversive Organisation“ verfolgten papsttreuen katholische Kirche erfolgt sein.

Der Dalai Lama wirft Peking schwere Menschenrechtsverstöße in seiner Heimat vor, unter anderem Zwangsabtreibungen und Zwangssterilisationen, sowie „kulturellen Völkermord“ durch massiven Bevölkerungstransfer. Exil-Tibeter beklagen eine systematische Politik zur „Verwässerung der tibetischen Identität“ und werfen der chinesischen Regierung auch eine Ausbeutung ökologischer Ressourcen zum Nachteil der Region zu.

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