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Dagegen ist ein Korn gewachsen

Hohenems - Danielle Kozar (35) ist mit ihrem Kleinunternehmen "S'Ländle-Naturkissen" auf Erfolgskurs.

Dinkelkissen finden auch Einzug in die Altenpflege, Schulen und Kindergärten.

Hätte Markus an dem besagten Abend im Dezember vor zwei Jahren nicht seine verspannte Rückenmuskulatur so gequält, wäre alles ganz anders gekommen. Danielle Kozar war bei Freunden eingeladen. Ein netter Abend, bei dem man aß, trank, über Gott und die Welt redete und eben auch über Dinkelkissen. „Bei uns hat jeder eines“, habe die 35-jährige Hohenemserin verkündet und sei voller Überzeugung ob der wunderbaren Wirkung des Wärmekissens bei Gelenkschmerzen, Bauchschmerzen, Rheuma, Zerrungen, Krämpfen und eben auch Verspannungen regelrecht ins Schwärmen gekommen. Plötzlich habe Markus zur Geldtasche gegriffen und gefragt: „Was willst du für ein Dinkelkissen haben? So eines brauche ich unbedingt.“

S’Ländle-Naturkissen

„Da habe ich das erste Mal überlegt, dass sich auch andere für meine Dinkelkissen interessieren könnten“, erinnert sie sich. Schon kurze Zeit später und mit einer Auswahl an verschiedenen Kissen im Kofferraum ging die Ehefrau und zweifache Mutter mit einem befreundeten Messerschleifer mit auf die Wochenmärkte. „Ich wollte zuerst abchecken, wie groß das Interesse wirklich ist, bevor ich einen Gewerbeschein beantrage“, erzählt sie von den Anfängen ihrer Unternehmensgründung und der „Geburtsstunde“ vom S’Ländle-Naturkissen. Doch schnell erkannte die geschäftstüchtige Frau, dass die Wochenmärkte sehr zeitraubend sind und suchte nach Alternativen. Ihre Idee: ein Besuch im SeneCura Sozialzentrum Herrenried. Und tatsächlich bestellte die Heimleitung gleich 60 Stück. Und zwar von den Dinkelspelzkissen, die besonders gerne in der Altenpflege verwendet werden, weil sie ein Wundliegen verhindern.

Pflegepersonal begeistert

Apropos Dinkelspelz: So wird der Teil, der das Dinkelkorn fest und dicht umhüllt, bezeichnet. Er enthält bis zu 90 Prozent Kieselsäure, welche durch die Haut auf die Organe wirkt und die Abwehrkräfte gegen körperliche Krankheiten erhöht. Durch die Rieselfähigkeit des Materials kann der Körper eine angenehme Stellung, ganz ohne Verspannung, einnehmen und außerdem sorgt die atmungsaktive Eigenschaft für erholsamen Schlaf. Die Altenpflegerinnen zeigten sich so begeistert, dass sie auch für den persönlichen Bedarf Kissen bestellten. „20 Stück brauchen wir“, verkündete Karin Andreis vom Seniorenheim Lauterach am Telefon und fügte hinzu: „Nicht für unsere Bewohner, sondern für unsere Schwestern!“ Doch nicht nur Seniorenheime sind Abnehmer für das Wunderkissen. Auch in den Schulen und Kindergärten kommt es zum Einsatz. Eisgekühlt lindert es Prellungen, Kopfschmerzen, Entzündungen, Insektenstiche, Sonnenbrand – eben alle Wehwehchen, mit denen die Lehrer im Alltag mit den Dreikäsehochs konfrontiert sind.

Das Angebot an verschiedenen Dinkelkissen ist groß. Die gelernte Näherin fertigt kleine mit vier Kammern für Babys, mittlere mit fünf Kammern und eine XL-Variante mit sechs Kammern. Daneben gibt es noch die Nackenkissen und sogenannte Yoga- oder Meditationskissen, die gerne wegen ihrer poppigen Überzüge als Wohnzimmer-Hocker gekauft werden. Jedes Dinkel- oder Dinkelspelz-Kissen ist aber auch in individueller Wunschgröße erhältlich.

Näh-Atelier zu Hause

Danielle Kozar hat sich zu Hause in der Hohenemser Weiherstraße ein kleines Näh-Atelier eingerichtet. Dort zieht sie sich jeden Morgen, wenn die Kinder in der Schule sind und die Hausarbeit erledigt ist, zurück und schneidet den Stoff zu, näht, wendet die Kissen, füllt sie und überzieht sie mit bunten, witzigen Überzügen. Gerne besucht die engagierte Jungunternehmerin auch Kreativmärkte. „Mir macht der Austausch mit den Leuten Spaߓ, freut sie sich schon auf den nächsten Termin im September im Harder Pfarrzentrum. Aber auch beim Junker-Jonas-Märktle, auf der Lustenauer Kilbi oder beim Ems-Markt ist sie mit dabei. Daher rattert die Nähmaschine im Moment auf Hochtouren. „Heuer weiß ich, ich brauche einen g’hörigen Vorrat“, erklärt sie und gesteht, „im letzten Jahr habe ich die Nachfrage unterschätzt, da ist es mit den Kissen zu Weihnachten knapp geworden.“

Marion Hämmerle-Crone

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