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D: Warnung vor "Import an Arbeitskräften"

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder warnt davor, den Mangel an Forschungs- und Arbeitskräften in der deutschen Wirtschaft allein durch Ausländer beheben zu wollen.

Es wäre ein Irrtum, das Potenzial und „die Begabungsreserven im eigenen Volk“ nicht zu nutzen, sagte er am Montag in Berlin zur Eröffnung der bundesweiten Aktion „Jugend denkt Zukunft“. Mehr Innovation sei allein durch Zuwanderung nicht zu erreichen.

Weder der Bedarf an Spitzen- und Fachkräften noch die für 2010 vorhergesagte Personallücke in der Wirtschaft könne mittels „Import an Arbeitskräften“ geschlossen werden, betonte Schröder. Deutschland müsse selbst entscheidend zur Problemlösung beitragen. Der Kanzler appellierte nochmals an die oppositionelle Union, der Abschaffung der Eigenheimzulage zuzustimmen, damit die jährlich rund sechs Milliarden Euro in das Bildungssystem gesteckt werden könnten.

Deutschland liege im europäischen Maßstab „nicht schlecht“ bei den Bildungsausgaben, aber weit hinter der Spitze, berichtete Schröder. Familie und Beruf müssten viel besser unter einen Hut gebracht werden. Mehr Frauen im Arbeitsleben sei nicht nur „ein Gebot der Geschlechtergerechtigkeit“. Durch einen Ausbau der Kinderbetreuung werde der Staat helfen, Müttern den Neu- oder Wiedereinstieg ins Berufsleben zu erleichtern.

Ziel der Kampagne „Jugend denkt Zukunft“ unter Schröders Schirmherrschaft ist die Einbindung junger Leute in die Debatte über ein modernes Deutschland. Schröder forderte einen Paradigmenwechsel. Unternehmerische Aktivitäten und Forschung dürften nicht länger an den möglichen Gefahren ausgerichtet werden, sondern an den Möglichkeiten. Er rate dazu, erst die Chancen ins Auge zu fassen und dann das Risiko zu beurteilen. Die Regierung werde einen „Risikofonds“ mit 140 Millionen Euro ins Leben rufen, um Existenzgründern den Start zu erleichtern.

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