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D: Telekom will 32.000 Mitarbeiter abbauen

Die Deutsche Telekom will sich in den kommenden drei Jahren von 32.000 Mitarbeitern trennen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bonn mit. Zugleich solle es 6.000 Neueinstellungen geben.

Der massive Stellenabbau bei der Deutschen Telekom geht weiter: In den kommenden drei Jahren müssen noch einmal rund 32.000 Mitarbeiter in Deutschland den Konzern verlassen. Das teilte die Telekom am Mittwoch in Bonn mit. Die Tochterunternehmen in Österreich – T-Mobile, T-System und T-Online – sind von dem Stellenabbau nicht betroffen, hieß es am Mittwochnachmittag auf APA-Anfrage. Die Hauptlast trägt laut Telekom die deutsche Festnetzsparte T-Com, wo jede fünfte Stelle wegfalle. Darüber hinaus sind auch die IT-Sparte T-Systems und die Verwaltung betroffen.

Gemäß einer früheren Vereinbarung soll es aber keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Die Telekom bezifferte die Kosten für den Stellenabbau auf rund 3,3 Mrd. Euro, verteilt über drei Jahre. Die Gewerkschaft Verdi kündigte Widerstand an.

In die Stellenstreichungen eingerechnet sind nach Angaben der Telekom rund 7.000 Mitarbeiter der konzerneigenen Beschäftigungsgesellschaft Vivento, die ebenfalls gehen müssen. Sie würden künftig für andere Unternehmen tätig, etwa das Vivento Call Center. Das hausinterne Arbeitsamt der Telekom beschäftigt derzeit rund 16.500 ehemalige Mitarbeiter. Seit das Telefongeschäft vor zehn Jahren in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, hat der Konzern mehr als 100.000 Stellen gestrichen.

6.000 Neueinstellungen

Gleichzeitig plant die Deutsche Telekom etwa 6.000 Neueinstellungen beim Aufbau des Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes und in den T-Punkten. „Der weltweite Umbruch der Branche, die rasante technologische Entwicklung und besonders der regulierungsbedingt harte Wettbewerb im Festnetz- und Breitbandbereich in Deutschland stellen den gesamten Konzern vor verschärfte Herausforderungen“, erklärte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke. Einerseits müsse der Konzern in bisherigen Kernmärkten Stellen abbauen, andererseits könnten in „innovativen Bereichen“ Stellen neu geschaffen werden.

Verdi-Vize Franz Treml warf der Telekom Verantwortungslosigkeit vor. Dem Konzern gehe es glänzend, wie auch der Rekordüberschuss und die hohe Dividende verdeutlichten. „Jetzt sollen offensichtlich wieder die Beschäftigten die Zeche zahlen, obwohl sie dem Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren mit ihrem Beitrag zum Beschäftigungsbündnis aus tiefroten Zahlen geholfen haben“, kritisierte Treml, der auch Vize-Aufsichtratschef der Telekom ist.

Glos bedauert

Der designierte deutsche Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bedauerte in Berlin den Stellenabbau bei dem einstigen Staatskonzern. „Wir können jedoch nicht künstlich Arbeitplätze halten, die nicht mehr gebraucht werden“, sagte Glos. An der Börse wurde der angekündigte Stellenabbau – wie so oft – begeistert aufgenommen. Der Kurs der lange geschundenen T-Aktie kletterte kurz nach Bekanntgabe der Neuigkeiten um 2,69 Prozent auf 14,89 Euro und war damit klar der Gewinner im Deutschen Aktienindex (DAX).

Die Deutsche Telekom ist in Österreich vor allem über ihre Mobilfunktochter T-Mobile vertreten. Diese hatte im Sommer für Aufsehen gesorgt, als sie den Mitbewerber tele.ring kaufte. Damit rückte T-Mobile Austria dem Marktführer Mobilkom Austria schlagartig auf die Fersen. Die Tochter des Bonner Weltkonzerns beschäftigt 1.650 Vollzeitarbeitskräfte, die 2,06 Mio. Kunden betreuen. Gemeinsam mit tele.ring kommt das Unternehmen auf knapp drei Mio. Nutzer. Die kartellrechtliche Genehmigung des Deals steht noch aus.

Ebenfalls in Österreich vor Ort ist die IT-Dienstleistungstochter der Deutschen Telekom, die T-System. Das Unternehmen ist nach Eigenangaben das schnellst wachsende IT-Unternehmen in Österreich der vergangenen beiden Jahre. Rund 50 Prozent der T-System-Kunden in Österreich agieren international und haben Niederlassungen in den Ländern der Region Zentral- und Osteuropa. Weniger erfolgreich war T-Online-Austria. Ursprünglich hätte der Internet-Anbieter der Telekom Austria-Tochter A-Online das Fürchten lernen sollen, doch daraus wurde nichts. Im Sommer 2004 stellte T-Online den Internetdienst ein, kolportiert wurden 200.000 Kunden. Inzwischen bietet das Unternehmen Webinhalte an.

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