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D: Merkel distanziert sich von Stoiber

Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) hat sich von der Kritik von CSU-Chef Edmund Stoiber am Wahlverhalten der Ostdeutschen distanziert. "Wählerbeschimpfung ist das Falsche".

Die Attacken von CSU-Chef Stoiber gegen die ostdeutsche Wählerschaft haben für Entrüstung in allen Parteien gesorgt und beherrschen seit Freitag den deutschen Bundestagswahlkampf. Unions-Kanzlerkandidatin Merkel kritisierte Stoibers Äußerungen als kontraproduktiv. Wählerbeschimpfung sei „das Falscheste, was wir brauchen“, sagte die CDU-Chefin. Ebenso falsch sei eine Spaltung zwischen Ost und West.

Der ehemalige Unions-Kanzlerkandidat von 2002 hatte unter anderem erklärt, dass die kommende Wahl „nicht wieder im Osten entschieden“ werden dürfe und nicht die „Frustrierten“ das Schicksal des Landes bestimmen sollten. Bayerns Innenminister Beckstein hat seinen Ministerpräsidenten am Freitag in Schutz genommen. „Was Edmund Stoiber will, hat er ganz klar gesagt: Die Auseinandersetzung mit der neuen Linken.“

Stoiber selbst erklärte der „Bild“-Zeitung: „Meine Äußerungen werden missgedeutet. Ich beschimpfe niemanden. Ich möchte wachrütteln.“ Seine Kritik sei auf die Linkspartei und deren Galionsfiguren Gysi und Lafontaine gemünzt gewesen.

Dazu sagte Merkel in der ZDF-Diskussionssendung „Berlin Mitte“, sie wolle die „Kanzlerin aller Deutschen“ werden. Zudem würden die Wahlen unterschiedslos in West und Ost wie in Nord und Süd gewonnen. Für die verbleibenden 38 Tage bis zur Bundestagswahl hoffe sie nun, dass sie sich „auf die Bayern verlassen“ könne.

Die Linkspartei warf Stoiber vor, Deutschland wieder in zwei Teile spalten zu wollen. Bundeswahlkampfleiter Ramelow sagte am Freitag, wenn jemand „frustriert“ sei, „dann offensichtlich Herr Stoiber.“ Die Bundestagswahl 2002 habe der bayerische Ministerpräsident verloren, jetzt habe man ihm Merkel vor die Nase gesetzt. „Ich kann öffentlich verkünden, dass Herr Stoiber nicht zu unserem Wahlkampfteam gehört“, sagte Ramelow ironisch.

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