CSU: Suche nach einer Lösung

Noch weitgehend unschlüssig ist die CSU-Basis in der Frage des künftigen CSU-Vorsitzes nach dem Rückzug von Edmund Stoiber. Stimmen gibt es sowohl für Parteivize Seehofer wie auch für Huber.

In einer dpa-Umfrage wurden am Freitag Stimmen sowohl für Parteivize Horst Seehofer wie auch für Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber laut. Es überwogen jedoch geteilte Meinungen und Ansichten, das Thema solle zunächst in Gremien erörtert werden, hieß es.

Werner Gruber, CSU-Kreisvorsitzender Nürnberg Süd, sagte: „Ich könnte mir vorstellen, dass Seehofer es macht. Er ist Vorsitzender der Christlich-Sozialen Arbeitnehmerschaft und hat das Ohr beim kleinen Mann.“ Auch der Bamberger Bürgermeister Werner Hipelius sprach sich für Seehofer aus. Dessen angebliche Affäre sei ihm egal: „Wenn wir dieses Thema moralisieren wollen, dann sind wir verloren.“

Der Chamer CSU-Kreisvorsitzende Markus Sackmann wünscht sich dagegen Huber als neuen CSU-Chef. Der Niederbayer sei „mit seiner Themenvielfalt breit aufgestellt“ und auch auf Bundesebene ein angesehener Politiker. „Unser Bezirksvorsitzender Huber ist ein großartiger Politiker und hat die besten Voraussetzungen für das Amt des Parteivorsitzenden“, sagte auch Franz Meyer, der Vorsitzende des CSU-Kreisverbands Passau-Land. Dagegen wieder sprach sich CSU- Ortsvorsitzender Raimund Fries aus dem niederbayerischen Kelheim für Hubers Konkurrenten aus: „Er ist mein Favorit, wegen seiner Führungskompetenz und auch wegen der guten Verbindung nach Berlin.“

Der CSU-Kreisvorsitzende für die Stadt Bayreuth, Harald Rehm, wollte sich erst gar nicht auf einen Favoriten festlegen: „Ich halte beide Kandidaten für sehr geeignet.“ Wichtig sei nun, dass es „keine Schlammschlacht“ um den Parteivorsitz gebe. „Und Privatleben hat privat zu sein“, meinte der Bayreuther CSU-Chef mit Blick auf Seehofer. Der Lichtenfelser CSU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Christian Meißner sagte, wenn Huber und Seehofer beim Parteitag gegeneinander antreten sollten, „wäre dies nichts Ehrenrühriges“. Seehofer sei bei der Basis sehr beliebt, die „Allround-Waffe“ Huber wäre als Vorsitzender aber genauso gut geeignet: „Es steht 50:50“.

CSU-Schwaben-Chef Markus Ferber sagte, es gebe noch keine Festlegung. Die schwäbische CSU werde sich am 27. Januar zu einer Klausurtagung treffen, um diese Frage zu klären. Er persönlich halte „die Einigung Beckstein Ministerpräsident und Huber Parteivorsitzender für sehr gewichtig“. Dieser Lösungsvorschlag habe „zur Befriedung der zwei Lager innerhalb der CSU-Landtagsfraktion geführt“. Andererseits sei „der bundespolitische Aspekt für eine Wahl Seehofers auch zu berücksichtigen“.

Der CSU-Chef von Augsburg, der Landtagsabgeordnete Bernd Kränzle sagte, die Augsburger Delegierten für den CSU-Landesparteitag Ende September würden sich dieses Wochenende treffen und ihre Linie zum Parteivorsitz festlegen. Noch nicht festlegen möchte sich auch der CSU-Vorsitzende im oberpfälzischen Weiden, Georg Girisch. „Ich halte beide für hervorragend“, sagte er. Sowohl Seehofer als auch Huber seien eine gute Lösung: „Ich glaube, das ist auch die Gesamtmeinung.“

Christoph Hammer, CSU-Oberbürgermeister der mittelfränkischen Stadt Dinkelsbühl, machte den Vorschlag, die Kandidatenfrage sollten Vorstand und Präsidium sowie die Landesgruppe im Bundestag und die Fraktion intern beraten. Danach sollten sie der Basis eine einvernehmliche Lösung präsentieren. „Wenn sich jeder wieder zu Wort meldet, wird die unselige Diskussion der letzten Wochen fortgesetzt“. Egal ob Seehofer oder Huber, Goppel oder Glück – „die CSU muss sich wieder als eine geschlossene Volkspartei präsentieren.“

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