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Cruyff-Bewunderer Setien soll Barca-Kultur aufleben lassen

Quique Setien ersetzt den glücklosen Ernesto Valverde beim FC Barcelona
Quique Setien ersetzt den glücklosen Ernesto Valverde beim FC Barcelona ©APA (AFP)
Nach der Absagen von Xavi und Ronald Koeman hat der FC Barcelona mit Quique Setien einen Cruyff-Bewunderer als neuen Coach aus dem Hut gezaubert. Der 61-Jährige folgt dem glücklosen Ernesto Valverde nach, wie der spanische Fußball-Meister am späten Montagabend bekannt gab. Unter Setien soll bei den Katalanen wieder das Offensivspiel oberste Priorität haben.

Bei seinem letzten Engagement in LaLiga wusste der in Santander geborene, außerhalb Spaniens kaum bekannte Trainer zu überzeugen. Betis Sevilla führte er in der Saison 2017/18 auf den sechsten Platz, von den Andalusiern trennte er sich nach Rang zehn im vergangenen Mai dann einvernehmlich. Als Betis im November 2018 Barcelona mit 4:3 im Camp Nou schlug, überreichte ihm Barca-Akteur Sergio Busquets sein Trikot, darauf stand: "Für Quique, mit Anerkennung und Bewunderung für deine Art, Fußball zu sehen."

Einst gab Setien an, er würde sich seinen kleinen Finger abschneiden, um einmal unter Barca-Legende Johan Cruyff spielen zu können. Bei seiner Vorstellung am Dienstag meinte er: "Gestern bin ich noch in meiner Heimat neben Kühen spaziert und nun bin ich hier bei Barcelona mit den besten Spielern der Welt. Nicht in den wildesten Träumen hätte ich mir vorstellen können, einmal hier zu stehen."

Setien verbindet jedenfalls deutlich mehr mit jenem Ballbesitzfußball, den Barcelona unter Pep Guardiola praktizierte, als seinen Vorgänger. Der eher auf Sicherheit bedachte Valverde führte Lionel Messi und Co. in seinen zweieinhalb Jahren zu zwei Meistertiteln, wurde einmal Cupsieger und gewann einmal den Supercup. Nicht verziehen wurde ihm aber, dass die alternden Barca-Stars in der Champions League einen Finaleinzug verpassten, wobei sie in zwei Jahren in Folge Drei-Tore-Vorsprünge gegen die AS Roma und zuletzt Liverpool liegen ließen.

Den definitiven Ausschlag für die erste unter der Saison beschlossene Trainerentlassung bei Barcelona seit jener von Louis van Gaal 2003 gab die 2:3-Niederlage im Halbfinale des spanischen Supercups gegen Atletico Madrid. Absagen soll sich Clubchef Josep Bartomeu danach vom in Katar arbeitende Jungcoach Xavi und auch dem niederländischen Teamchef Koeman geholt haben. Mehr als vier Stunden dauerte die Vorstandssitzung, ehe Setien einen Vertrag bis Sommer 2022 unterschrieb. Eine Übergangslösung, um Xavi dann im Sommer zum Chef zu machen, scheint er nicht zu sein.

Der 61-jährige Schachliebhaber, der mit bürgerlichem Namen Enrique Setien Solar heißt, wird von seinem neuen Arbeitgeber als einer der "erfahrensten" Trainer im spanischen Fußball gepriesen. Einen Großclub hat Setien noch nicht betreut. Als Spieler lief er u.a. bei Atletico Madrid, Logrones (gemeinsam mit Toni Polster) und im spanischen Nationalteam (WM-Teilnahme 1986) ein. Er woll mit Barcelona "so viel gewinnen wie möglich", betonte Setien. "Dieser Club hat keine andere Möglichkeit, als sich jedes Jahr zu verbessern, das Maximum an Titeln zu holen und außerdem ansehnlich zu spielen."

Valverde schaffte Letztes zu wenig. Der 55-Jährige verabschiedete sich Dienstagvormittag mit der Bilanz von 108 Siegen in 163 Spielen bei 20 Niederlagen von der Mannschaft. Sein Nachfolger wird gleich an den Ergebnissen gemessen werden. Am Sonntag spielt Barcelona zu Hause gegen Granada. Ende Februar geht es im Champions-League-Achtelfinale zunächst auswärts gegen Napoli, ehe am 1. März der Clasico bei Real Madrid ansteht. Aktuell liegen Barcelona und die Madrilenen punktegleich an der Tabellenspitze.

(APA/ag.)

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