Corona - Salzburg-Lockdown: Rufe nach Hilfen wird lauter

Dauer und Details des Lockdowns für Salzburg sind am Donnerstag noch nicht verkündet gewesen, da wurden im Bundesland bereits Rufe nach raschen Hilfsmaßnahmen und Unterstützung laut. "Wir müssen die vierte Welle bekämpfen, aber auch den nächsten Wirtschaftsabschwung verhindern", erklärte Peter Buchmüller, Präsident der Wirtschaftskammer Salzburg (WKS). Entscheidend sei, eine Schadensbegrenzung im Weihnachtsgeschäft zu erreichen.

Die Politik sei nun gefordert, die Hilfsmaßnahmen wieder hochzufahren. Der Lockdown sei angesichts der Situation in den Spitälern unvermeidlich, bedeute aber eine "Totalbremsung" für die Wirtschaft. Diese sei bereits durch die Schwierigkeiten bei den PCR-Tests oder die deutsche Reisewarnung in Bedrängnis gebracht worden.

Der Spartenobmann für Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKS, Albert Ebner, forderte eine Kurzarbeitslösung bereits ab der kommenden Woche und Soforthilfen - konkret die Wiederaufnahme des 80-prozentigen Umsatzersatzes sowie die Weiterführung des gesenkten Umsatzsteuersatzes von fünf Prozent bis zum Ende der Wintersaison. "Für jene Betriebe, die Mitarbeiter freistellen bzw. ganz schließen müssen, muss es eine Kurzarbeitsregelung samt 100-prozentiger Gehaltsentschädigung geben."

"Nachdem uns wochenlang gesagt worden ist, dass die Wintersaison sicher stattfinden wird, blicken die heimischen Tourismusbetriebe nun wieder einer äußerst unsicheren Zukunft entgegen", sagte Ebner. Gerade für die Betriebe in den Wintersportgebieten sei der Lockdown eine Katastrophe. "Die Ware ist eingekauft und der Großteil der Mitarbeiter ist bereits da."

Auch für die Salzburger Kulturszene stellte sich heute die Frage, wie und von wem der zu erwartende Schaden ersetzt werden wird. "Wir fordern seit Monaten vom Kultur- wie auch vom Finanzministerium die Verlängerung der ausgelaufenen Hilfsinstrumente für den gebeutelten Kulturbereich", sagte Thomas Randisek, Geschäftsführer des Dachverbands Salzburger Kulturstätten. "Seit Monaten werden diese Hilferufe ignoriert."

Randisek tritt darum für eine Gleichbehandlung und Gleichstellung insbesondere mit den Bereichen Skilifte, Handel sowie Gastronomie ein. "Die Kulturszene braucht rasch Klarheit und Sicherheit für die Tausenden Kulturarbeiter, Künstler und die weiteren Beschäftigten." Notwendig seien etwa die Fortführung des NPO-Fonds für die gemeinnützigen Kulturträger, die Verlängerung der Überbrückungsfinanzierung für Künstler und die Ausweitung der 100-Prozent Kurzarbeit auf die Kulturbetriebe.

Der Handelsverband sprach davon, dass beim Lockdown alleine den Salzburger Händlern pro Woche 75 Mio. Euro entgehen würden und rief nach einem neuen Umsatzersatz. Dieser müsse sich an den Umsatzzahlen von vor der Krise - dem Jahr 2019 - orientieren, so Geschäftsführer Rainer Will. Er verwies darauf, dass der Handel kein Infektionstreiber sei.

Salzburgs AK-Präsident Peter Eder bezeichnete den Lockdown als "unausweichlichen Schritt, um der dramatischen Entwicklung in den Salzburger Landeskliniken Einhalt zu gebieten". Er rief zum landesweiten Schulterschluss auf und meinte, "heute ist keine Zeit für Schuldzuweisungen". Beschäftigte und Betriebe müssten von der öffentlichen Hand unterstützt werden, und zwar "treffsicher und nicht nach dem Gießkannenprinzip". Eder forderte auch eine Anhebung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld auf 70 Prozent und die Anhebung der Notstandshilfe auf die Höhe des Arbeitslosengeldes.

Die Industriellenvereinigung Salzburg befürwortete am Donnerstag die landesweiten Maßnahmen, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie "so weit wie möglich zu verlangsamen". Deren Präsident Peter Unterkofler betonte, dass die Aufrechterhaltung der Liefer- und Versorgungsketten für alle unverzichtbar sei. "Wir sind froh, dass Landeshauptmann Haslauer vor laufender Kamera klargestellt hat, dass die Produktion offen bleibt." Die IV sprach sich aber gegen die Einstellung des Präsenzunterrichts aus. Bei einem flächendeckenden Schul-Lockdown würden viele Eltern wegen der Betreuungspflichten in den Unternehmen fehlen.

(APA)

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