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Corona-Demo in Bregenz mündet in Polizei-Einsatz

Im Zuge der Bregenzer "Corona-Maßnahmen-Demo" am vergangenen Sonntag kam es zu einer Festnahme.
Im Zuge der Bregenzer "Corona-Maßnahmen-Demo" am vergangenen Sonntag kam es zu einer Festnahme. ©Screenshot Video/VOL.AT
Bei einer Kundgebung von Corona-Maßnahmen-Kritikern vergangenen Sonntag musste die Polizei einschreiten. Abstände und Maskenpflicht sollen nicht eingehalten worden sein.

Die Vorarlberger "Querdenker" schäumen. Von Polizeigewalt und Einschnitt in ihre Grundrechte ist die Rede. Stein des Anstoßes ist die Kundgebung von mehreren Corona-Maßnahmen-Kritikern am vergangenen Sonntag am Bregenzer Leutbühel. Auf dem Video-Material, das VOL.AT vorliegt und das in den sozialen Netzwerken in Vorarlberg hohe Wellen schlägt, wird man Zeuge des lautstark kritisierten Vorgehens der Exekutive.

Während die "Querdenker" in ihren Kanälen von vier Festnahmen und brutaler Härte sprechen, zeichnet Major Wolfgang Dür von der LPD Bregenz ein anderes Bild: "Die gestrige Kundgebung verlief geordnet. Es kam zu keinen Ausschreitungen. Zu Beginn der Versammlung wurden alle Versammlungsteilnehmer darauf aufmerksam gemacht, einen Mund- und Nasenschutz zu tragen und den gesetzlichen Mindestabstand einzuhalten. Die meisten Teilnehmer hielten sich an die Verordnung und achteten auch darauf, den geforderten Mindestabstand einzuhalten. Ein Teil der Teilnehmer trug trotzdem keinen Mund-Nasenschutz. Bei allen Teilnehmern, die sich nicht an die Verordnung hielten, wurden die Personaldaten aufgenommen und in weiterer Folge eine Anzeige nach der Covid-19-Verordnung an die Bezirkshauptmannschaft Bregenz erstattet." Es sei nur eine einzige Person festgenommen worden, da sie sich nicht ausweisen konnte oder wollte. Aus diesem Grund sei die im Video ersichtliche Person zur Identitätsfeststellung auf die Polizeiinspektion Bregenz gebracht worden. "Nach erfolgter Feststellung der Identität konnte die Person wieder an der Kundgebung weiter teilnehmen. Sie war 26 Jahre alt und besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft."

Parolen wecken Erinnerungen an düstere NS-Zeit

In Wien fand am vergangenen Wochenende die wohl bisher größte "Querdenker"-Kundgebung Österreichs statt. Laut Polizei gingen 10.000, laut Veranstaltern 50.000 Menschen auf die Straße. Die Szene zeigt sich gut vernetzt und erfährt dank findiger Streitführer wie dem österreichweit bekannten Rechtsextremen Martin Rutter immer mehr Zulauf. Der Kärntner geht österreichweit mittels zahlreicher Social-Media-Gruppen auf Stimmenfang. Im Ländle betreibt er den Kanal "CoronaWiderstand Vorarlberg", der mittlerweile über 370 Mitglieder zählt. Neben dem durchaus nachvollziehbaren Unmut der Kritiker bilden diese Kanäle ein unerschöpfliches Auffangbecken für alle möglichen Verschwörungsmythen ab. Von "Great Reset" über "Nano-Bots" bis hin zu "Computer-Chips in Impfstoffen" ist alles vertreten. Das spiegelt sich auch in den Plakaten der Kundgebung in Bregenz wider. "Impfen macht frei", "Gehorcht!", "Totale Überwachung" oder "Lass deine Oma alleine sterben" ist auf den Schildern der Aktivisten, die sich stilecht in weißer Schutzkleidung und mit "Guy Fawkes"-Maskierung präsentieren. Der Dictus beschwört aber auch Erinnerungen an Propaganda aus der wohl dunkelsten Epoche unserer Geschichte.

Auffangbecken für Rechtsradikale?

Dass die Corona-Maßnahmen-Kritiker laut für ihre Freiheit einstehen und dies kundtun, ist besonderes einer politischen Couleur aufgefallen. Rechtsradikale Strömungen schlagen aktuell gerne und häufig politisches Kleingeld aus der Pandemie. Auch wenn dies in Vorarlberg lange nicht so der Fall sei, wie z.B. im Osten von Österreich, wie Major Dür VOL.AT bestätigt. Aber auch die hiesige Polizei richte genaues Augenmerk auf eine etwaige Unterwanderung durch derartige Gruppierungen. Von Anfang an tummelten sich auf den Kundgebungen, egal ob in Deutschland oder Österreich, Vertreter der Extremen Rechten. So machten am vergangenen Wochenende in Wien der verurteilte Neonazi und Holocaust-Leugner Gottfried Küssel oder Identitären-Chef Martin Sellner den Demo-Veranstaltern ihre Aufwartung. Und auch Heinz-Christian Strache ließ sich das Bad in der Menge nicht nehmen. Ohne Maske. Selbstredend.

(VOL.AT)

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