Chirac: Geldkonten in Japan?

Berichte, nach denen der französische Staatspräsident Jacques Chirac rund 45,5 Millionen Euro auf einem japanischen Konto haben soll, sorgen für neue Aufregung in Paris.

Nach Informationen der satirischen Wochenzeitung „Le Canard enchaôné“ (Mittwoch-Ausgabe) soll sich diese Summe auf dem Konto der Tokyo Sowa Bank befinden und in den letzten Jahren von einer mysteriösen „Kulturstiftung“ eingezahlt worden sein. „Für welche Funktion ist Chirac bezahlt worden, und um welche Kulturstiftung handelt es sich?“, fragt das Enthüllungsblatt. Chirac hat die Existenz des Kontos „kategorisch dementieren“ lassen.

„Le Canard enchaôné“ beruft sich auf Aussagen des Geheimdienstgenerals Philippe Rondot, der in dem Verleumdungsskandal um den französischen Premierminister Dominique de Villepin von einem Untersuchungsrichter verhört wurde. Villepin soll nach eigener Darstellung auf Anregung Chiracs den Geheimdienst auf Innenminister Nicolas Sarkozy wegen möglicher Geheimkonten angesetzt haben, um diesem im Hinblick auf eine angestrebte Präsidentschaftskandidatur zu schaden. Die Liste von Politikern und Managern mit Schwarzgeldkonten bei dem Luxemburger Finanzdienstleister „Clearstream“ stellte sich als Fälschung heraus.

Am Dienstag hatte die Justiz Innenminister Sarkozy als Zeugen vernommen. Der Chef der Regierungspartei UMP (Union für eine Volksbewegung) gilt als Opfer der Affäre, durch die Villepin massiv unter Druck geraten ist. Die oppositionellen Sozialisten kündigten einen Misstrauensantrag gegen den Premierminister in der Nationalversammlung an.

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