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Chinesen vor Taifun in Sicherheit gebracht

Vor dem in Ostasien wütenden Taifun „Aere“ ist fast eine Million Chinesen auf der Flucht, in Taiwan hat er weitere Todesopfer verursacht: Nach heftigen Regenfällen verschüttete ein Erdrutsch ein Dorf, berichtete ein Rettungshelfer.

Bisher seien 15 Leichen gefunden worden. Insgesamt zählte Ostasien in den betroffenen Gebieten schon mindestens 47 Tote oder Vermisste durch „Aere“, der mit 130 km/h über Taiwan hinweggefegt war.

Auf den Philippinen sowie im Süden Chinas und Japans herrschten weiter heftiger Regen und Sturm. Dörfer wurden evakuiert, Schulen und Behörden blieben geschlossen. Japan erwartete außerdem die Ankunft des Taifuns „Chaba“.

Im Süden Chinas ist fast eine Million Menschen vor „Aere“ in Sicherheit gebracht worden. Mehr als 40.000 Fischerboote wurden in die Häfen zurückgerufen, Flüge abgesagt. In der Provinz Zhejiang rissen die Fluten einen Menschen mit. Er galt am Donnerstag noch als vermisst. In der Nähe der chinesischen Stadt Wenzhou strandeten zwei Frachtschiffe mit 16 Besatzungsmitgliedern. Auf den Philippinen wurden fast 16.000 Menschen vor Hochwasser gerettet.

Die Schlammmassen im Dorf Tochang im nordöstlichen Bezirk Hsinchu in Taiwan begruben am Mittwochabend nach Angaben eines Rettungshelfers etwa 20 Häuser. Seit Montag wurden nach offiziellen Angaben in Taiwan mindestens 33 Menschen getötet oder als vermisst gemeldet. Vor allem in den Bergregionen richtete der Taifun Schäden an. Rettungsmannschaften bargen am Donnerstag etwa 20 Menschen aus entlegenen Bergdörfern. Rund 200 Menschen wurden mit Hubschraubern gerettet.

Taiwans Präsident Chen Shui-bian verschob den für Sonntag geplanten Start einer Lateinamerikareise auf Montag, um die Rettungsmaßnahmen zu überwachen. Der Wirbelsturm hatte bereits am Dienstag und Mittwoch für Chaos in der Hauptstadt Taipeh gesorgt: Behörden waren geschlossen, hunderttausende Haushalte ohne Strom und Trinkwasser.

In China, wo der Taifun „Rananim“ vor zwei Wochen 164 Menschen in den Tod gerissen hat, richtete „Aere“ schwere Sachschäden an. Es sei jedoch bisher niemand getötet worden, sieben Menschen wurden durch einstürzende Häuser leicht verletzt, teilte ein Sprecher der Provinzregierung von Fujian im Südosten des Landes mit.

Die Behörden von Fujian hatten zahlreiche Vorkehrungen getroffen und fast 1,2 Millionen Menschen vorsorglich aus ihren Häusern evakuiert. In der benachbarten Provinz Zhejiang wurden fast eine Viertelmillion Bewohner an sichere Orte gebracht. Der Taifun zog mit nachlassender Geschwindigkeit weiter in Richtung der Provinz Guangdong. Das Beobachtungszentrum in Hongkong stufte „Aere“ auf einen Tropensturm herunter.

Auf den Philippinen blieben am Donnerstag Schulen und Behörden geschlossen; Helfer machten sich an die Aufräumarbeiten. Etwa 16.000 Menschen, die am Mittwoch mit Hubschraubern, Booten und Amphibienfahrzeugen aus entlegenen Regionen evakuiert worden waren, harrten in Notunterkünften aus. Durch „Aere“ waren auf den Philippinen binnen zwei Tagen zwölf Menschen getötet oder als vermisst gemeldet worden.

Der Taifun „Chaba“ sollte laut Wettervorhersagen am Freitag Okinawa im Süden Japans erreichen. Der Wirbelsturm hatte bereits über den Marianen-Inseln im Nordpazifik gewütet. Durch „Aere“ waren in Japan am Montag zwei Mädchen ertrunken.

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