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China macht in Schuldenkrise Druck auf EU

China hat sich besorgt über die Lage in der Eurozone geäußert und ungewöhnlich scharf eine schnelle Lösung der Probleme gefordert. "Ehrlich gesagt, ich habe persönlich auch große Sorgen", sagte Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao am Donnerstag nach einem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Merkel. Die Lage in der Euro-Zone habe sich zuletzt verschlechtert.


Er sei zwar nach den Erklärungen Merkels wieder zuversichtlich. Aber erstens sorge man sich, ob Griechenland aus dem Euro austreten werde. Zweitens sei unklar, ob Spanien und Italien einen Antrag auf umfassende Hilfen stellen würden. “Die Lösung hängt von dem Willen und der Entschlossenheit ab, ob die großen Euro-Länder Deutschland und Frankreich ihnen unter die Arme greifen”, sagte er.

Wen hatte zuvor aber betont, dass China weiter in der EU investieren und auch den Dialog mit der Europäischen Zentralbank intensivieren wolle. Seine Regierung glaube weiter an den Euro. In einer deutsch-chinesischen Erklärung vereinbarten beide Regierungen ausdrücklich, dass bilaterale Geschäfte künftig zunehmend in Euro und der chinesischen Währung Renminbi abgewickelt werden sollten.

Ausdrücklich forderte der Ende des Jahres scheidende Ministerpräsident aber entschlossenere und schnellere Maßnahmen. Hintergrund ist, dass China sehr viel Geld in der Eurozone investiert hat und die Schuldenkrise mitverantwortlich für die abgeschwächte chinesische Konjunktur macht. Der Staatsfonds CIC war zudem vom Schuldenschnitt für private Investoren bei Griechenland betroffen.

Merkel bemühte sich wie schon in den vergangenen Tagen in Berlin, die Sorge vor einem Zerfall der Eurozone zu zerstreuen. “Ich will, dass Griechenland Teil des Euroraumes bleibt”, betonte sie. “Ich habe gleichzeitig darauf hingewiesen, dass es in der Eurozone sehr stark um Glaubwürdigkeit geht.”

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