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Chilis machen glücklich

Alfred Stoppel, Harald Zaschke und Norbert Carotta lieben scharfe Früchtchen!
Alfred Stoppel, Harald Zaschke und Norbert Carotta lieben scharfe Früchtchen! ©Pezold
Wilde Chilis waren ursprünglich Beeren, bevor der Mensch Hand angelegt hat, um sie zu züchten.
Chilis machen glücklich

Hohenems. Im Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum wehte am Dienstagabend den Chilifreunden ein scharfer Wind um die Nase. Der OGV-Vorarlberg hatte Harald Zoschke zum Vortrag gebeten, der Referent und Spezialist in Sachen Chilis informierte über die Eigenheiten der scharfen Früchtchen.

Seit 9000 Jahren

Vögel haben, was Chilis betrifft, eine absolute Schärfe-Resistenz und so wie es aussieht, war die Ur-Chili als Nahrung für die Vögel gedacht. Es gibt eine enorme Vielzahl an Farben, Formen und Aromen dieser Frucht, die als eines der ersten Gewürze der Menschheit gilt. Seit ca. 2500 Jahren werden Chilis vom Menschen gezüchtet, sogar die gemeine Paprika stammt von den wilden Exemplaren ab. Als Christopher Columbus Amerika entdeckte, fand bald auch der Chili seinen Weg nach Europa und den Rest der Welt. Erst noch als Medizinpflanzen von Mönchen angebaut, wurden die Früchte bald auch zum Kochen verwendet.

Ein scharfes Früchtchen

„Die Kerne der Chilis sind nicht scharf, wie vielfach behauptet, es sind die Zwischenwände und die sog. Plazenta”, erklärte Harald Zoschke. Es gibt viele Hochburgen was den Anbau betrifft, so z.B. Spanien, wo es die Pimenton de la Vera gibt, in Ungarn gibt es Chili mild und pikant, in Italien (Kalabrien) sind die Peperoncini scharf und die Peperone sind mild. Nicht nur für den alleinigen Genuss sind die Chilis hervorragend, sie haben auch eine antibakterielle Eigenschaft, so werden sie in Chili con Carne gerne verwendet, um das Fleisch länger haltbar zu machen.

Von der Aussaat bis zur Verarbeitung

Ausgesät werden Chilis von Februar bis März, pikiert werden sie im April, ausgepflanzt Ende Mai und geerntet von August bis Oktober. Der Anbau dieser vielfältigen Früchte bringt dem Gärtner viel Freude, schon die Blüten sind ein herrlicher Anblick. Lässt man ihnen an der Südseite des Hauses ein Plätzchen, gedeihen sie hervorragend. Auch die Schnecken haben ihre Freude an den Früchten und Blättern, sehr zum Ärger der Züchter. Es gibt viele Möglichkeiten, sich den Chili zunutze zu machen. Man kann ihn trocknen, räuchern, einmachen, einfrieren und einlegen. Sehr beliebt sind auch Chili Soßen, pikante Pürees, Chili-Marmelade gemischt mit anderen Früchten, Chili-Schokolade und sogar Chili-Bier stellen Kenner her. Die Palette ist lang, die Möglichkeiten der Verarbeitung liegen im Ermessen des Genießers.

Information ist alles

An die 100 Zuhörer haben an diesem Abend viel über Chilis gelernt, über deren Herkunft, die Tücken bei der Aufzucht und die Möglichkeiten der Verwertung. Harald Zoschke und seine Frau Renate sind wohl das, was man Chili-Spezialisten nennt. Nicht nur, dass sie seit vielen Jahren diese Früchte züchten und verarbeiten, sie haben auch in ihren Büchern viele Tipps und gute Ratschläge bereitgestellt, die es dem Laien erleichtern, sich in die Materie einzuarbeiten. Mit viel Liebe zur Gärtnerei und einer großen Portion Experimentierfreude finden die beiden Chili-Profis immer neue Möglichkeiten, um dem Genuss die Krone aufzusetzen.

Info:

Das Chili Pepper Buch, Chili-Barbecue Buch

Die Bücher von Harald Zoschke geben viele Tipps und Informationen über den Anbau der Chili.

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