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Cb-Masseverwalter: Klage gegen Republik in Ausarbeitung

Die Aufarbeitung der Cb-Affäre wird noch länger dauern
Die Aufarbeitung der Cb-Affäre wird noch länger dauern ©APA
Masseverwalter Gerwald Holper hat am Mittwoch im Untersuchungsausschuss zur Commerzialbank Mattersburg (Cb) bekräftigt, dass sich derzeit eine Klage gegen die Republik in Ausarbeitung befinde. Diese stütze sich unter anderem auf die Anzeigen der Whistleblower, die nicht gefruchtet hätten. Insgesamt errechne sich ein Schaden von 303 Mio. Euro. Ein entsprechendes Aufforderungsschreiben sei der Finanzprokuratur in der ersten Novemberhälfte übermittelt worden.

Derzeit sei man in der Causa nach wie vor mit der Aufarbeitung beschäftigt, "um zu verstehen, wie das System funktioniert hat und warum niemand draufgekommen ist", betonte Holper. Klar sei, dass sich Informationen der Whistleblower bestätigt hätten, etwa, dass Fake-Kredite angelegt worden seien, um das Aktivvermögen der Bank falsch darzustellen, und dass es Vermögensabflüsse in "nicht zu knapper Größenordnung" gegeben habe.

Konkret seien zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung rund 500 Fake-Kredite mit einer Summe von circa 180 Mio. Euro festgestellt worden. Das sei der Zustand, den man vorgefunden habe, Fake-Kredite dürften aber in der Vergangenheit teilweise auch wieder gelöscht worden sein, so Holper.

Ebenfalls ersichtlich sei, dass es keinen positiven Geschäftsbetrieb gegeben und bereits der bloße operative Betrieb der Bank - "ohne dass sich jemand etwas eingesteckt hat" - für einen Millionenabfluss gesorgt habe. "Im Prinzip ist bei diesem Portfolio an Vermögen ein Betrieb in dieser Größenordnung nicht darstellbar", betonte Holper.

In welche Richtungen Vermögen geflossen sei, sei noch nicht geklärt. Teilweise habe man das Geld verwendet, um den Bankbetrieb zu finanzieren, bei einem dreistelligen Millionen-Betrag sei noch unklar, wo er hingeflossen sei. Bisher hätten rund 380 Gläubiger Forderungen von insgesamt rund 813 Mio. Euro angemeldet.

Gegen Wirtschaftsprüfer TPA habe der Masseverwalter bereits Klage eingebracht. "Der Grund war, dass nach unseren Erkenntnissen die Prüfungen durch die TPA nicht mit der ausreichenden Sorgfalt vorgenommen wurden", sagte Holper. Das Übersehen des Systems in der Commerzialbank sei prinzipiell nicht nachvollziehbar.

Mögliche Ansprüche gegenüber dem Land Burgenland, das den Revisor der Mehrheitseigentümerin der Bank bestellt hat, prüfe man derzeit. "Das Vermögen der Kreditgenossenschaft stammt zum Großteil aus der Bank. Es ist eine Rechtsfrage, ob sich daraus Ansprüche ableiten", betonte Holper.

Die Fläche der Bank in Mattersburg, auf der das "Impulszentrum" errichtet werden sollte, könne momentan nicht bewertet werden, weil die Stadtgemeinde bereits vor der Eröffnung der Insolvenz eine Bausperre beschlossen habe, sagte der Masseverwalter. Hier müsse man nun abwarten. Der Erlös des Hotels Florianihof werde in die Masse einfließen. Die Causa Commerzialbank werde wohl Jahre, "wenn nicht nahezu Jahrzehnte in Anspruch nehmen", betonte Holper.

(APA)

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