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Caritas schließt erstes Asylheim

Bregenz -  Weniger Asylwerber und schnellere Verfahren haben dazu geführt, dass die Caritas ihr erstes Großquartier -  das Haus Amina -  schließen wird.

So sehr Bürgermeister Markus Linhart die Arbeit der Caritas im „Haus Amina“ schätzte, so kommt ihm die neuerliche Verfügbarkeit des Areals doch gelegen. „Ursprünglich war das Haus samt umliegendem Grund Eigentum eines Gemeindeverbandes.“ Bregenz hat das Grundstück seinerzeit „zu sehr attraktiven Konditionen“ übernommen. „Bedingung war, dass wir das Grundstück nur für öffentliche Zwecke verwenden sollten.“ Wenn jetzt die verbliebenen Asylwerber-Familien auf Privatunterkünfte aufgeteilt werden und die Immobilie wieder frei wird, will Bregenz die Immobilie in absehbarer Zeit gegen ein Grundstück im Vorkloster abtauschen, um dort „einen Kindergarten oder ein Sozialzentrum“ zu bauen.

Weniger Asylwerber, schnellere Verfahren – Caritas schließt erstes Großquartier.

Bregenz. Im April 2004 hat die Caritas das alte Landspital in Bregenz-Kronhalde als „Haus Amina“ für die Flüchtlingshilfe übernommen, am 31. August 2010 schließt sie das Heim. Dass eines der verbleibenden fünf Großquartiere in Vorarlberg kommendes Jahr folgen wird, hält Martin Fellacher für wahrscheinlich. Er leitet die Flüchtlingshilfe. „Für 2011 erwarten wir bis zu zehn Prozent weniger Flüchtlinge.“ 900 leben derzeit in der Grundversorgung der Caritas. Die Frauen, Männer und Kinder stammen aus 40 Nationen. Aber es kommen kaum mehr welche hinzu. Und die Verfahren gehen nun zügig vonstatten.

Lage hat sich entspannt

Grund zur Freude sieht Fellacher nur bedingt. „Es gibt aktuell keine großen Krisenherde.“ Das ist die gute Nachricht. Der drohende Bürgerkrieg in Kirgistan beruhigte sich rasch. Selbst im Erstaufnahmelager und Dauerbrennpunkt Traiskirchen hat sich die Lage entspannt. Dort warten nur mehr 326 Asylwerber auf Einlass in die Alpenrepublik. Von Jänner bis Mai kamen monatlich zwischen 762 und 914 Flüchtlinge nach Österreich. Die Zahl der Asylanträge ging gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 33 Prozent zurück. Ein Schwund, den Fellacher freilich auch den immer höheren Mauern rund um die Festung Europa anlastet. Auch sei die Qualität der Entscheidungen des Asylgerichtshofs „schwer zu hinterfragen“. Immer öfter fielen die Würfel ohne jedes Interview aufgrund der Aktenlage in erster Instanz, obwohl die schon fünf Jahre oder noch älter sei. Heute kommt das Gros der Asylwerber aus Tschetschenien, „dicht gefolgt von Afghanistan, Kosovo, Nigeria, Indien und Georgien“. Dass das reicht, um die verbleibenden fünf Großquartiere weiter zu betreiben, glaubt Fellacher nicht. „Wenn es so weiter geht, werden wir 2011 ein weiteres Heim schließen.“ Welches, sagt er nicht.

„Brauchen weniger Personal“

Auch der Personalstand der Flüchtlingshilfe schwindet. „Wir besetzen Stellen nicht mehr nach.“ Dass die Flüchtlingshilfe per se ausgedient hat, kann er sich aber nicht vorstellen. Er ist an Wellentäler der Entwicklung gewöhnt. „Um das Jahr 2000 hatten wir drei Mitarbeiter, bis vor kurzem waren es 60.“ Anders formuliert: Die nächste Krise kommt bestimmt.

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